U21-Nationalmannschaft
Okafor, Ndoye und Imeri: Diesem Dreizack gehört die Zukunft in der Schweizer Offensive

Noah Okafor, Dan Ndoye und Kastriot Imeri sorgen in der Offensive der U21-Nationalmannschaft für Geschwindigkeit und Genialität. Ihr Trainer Mauro Lustrinelli schwärmt von ihrem Potenzial.

Raphael Gutzwiller
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Noah Okafor (rechts) jubelt zusammen mit Dan Ndoye.

Noah Okafor (rechts) jubelt zusammen mit Dan Ndoye.

Urs Lindt / Freshfocus

Sie sind schnell, trickreich, torgefährlich – und das Gesicht einer neuen Schweizer Generation. Im Trikot der U21-Nationalmannschaft überzeugte beim 2:2-Remis gegen die Niederlande ein Offensiv-Dreizack: Noah Okafor, Dan Ndoye und Kastriot Imeri. Am Dienstag um 17 Uhr im nächsten EM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien will das Trio die starke Vorstellung bestätigen.

Seinen drei Offensivspielern sagt U21-Nationaltrainer Mauro Lustrinelli eine grosse Zukunft voraus. Er schwärmt: «Sie haben riesiges Potenzial.» Doch der ehemalige Stürmer will seine Spieler nicht zu sehr in den Himmel loben, spricht davon, dass alle im Team gut seien und auch noch weitere gute Offensivspieler auf der Bank gesessen seien.

Zudem hat Lustrinelli in der Partie gegen die Niederlande noch eine Schwäche ausgemacht: «Im Defensivverhalten ist bei allen drei noch Luft nach oben.» In der Offensive lässt Lustrinelli seinem Trio grosse Freiheiten. Er weiss: «Wenn man solche kreative Spieler hat, darf man sie nicht zu sehr einschränken.»

Murat Yakin (links) und Mauro Lustrinelli tauschen sich regelmässig aus.

Murat Yakin (links) und Mauro Lustrinelli tauschen sich regelmässig aus.

Jean-Christophe Bott / Keystone

Die Talente sind bereits weiter oben aufgefallen. Dan Ndoye und Noah Okafor haben schon im Aufgebot des A-Nationalteams figuriert, wollen sich eine Stufe weiter unten in der U21 für grössere Aufgaben empfehlen. «Ihr Ziel muss es sein, bald ins A-Team zu kommen.»

Die beiden Nationaltrainer – U21-Trainer Lustrinelli und A-Trainer Murat Yakin – tauschen sich regelmässig aus. «Murat kennt unsere Spieler und weiss um ihre Qualitäten. Im richtigen Moment werden sie den Schritt machen», so Lustrinelli.

Wechsel zum FC Basel beflügelt Ndoye

Okafor und Ndoye sorgten gegen die Niederlande für ein spezielles Sturmduo, handelt es sich bei den beiden um Flügelstürmer. «Sie bewegen sich enorm gut in den Halbpositionen und sorgen für hohes Tempo», sagt Lustrinelli über sein formstarkes Duo.

Ndoye ist im Sommer von Nizza nach Basel verliehen worden, wo er sich mit guten Leistungen eingefügt hat. «Der Wechsel war wichtig, um regelmässiger zu spielen», sagt Lustrinelli. Okafor hat sich nach Verletzungen wieder ins Team von RB Salzburg gespielt. «Er ist im Moment richtig gut drauf», stellt Lustrinelli fest.

Der Servette-Spieler Kastriot Imeri ist ein belebendes Element.

Der Servette-Spieler Kastriot Imeri ist ein belebendes Element.

Jean-Christophe Bott / Keystone

Hinter dem ungewohnten Sturmduo zieht mit Kastriot Imeri ein weiterer Hochbegabter die Fäden. Der Servette-Spieler ist der Unbekannteste des Trios, bringt aber stets eine Prise Genialität ins Spiel. «Kastriot ist ein genialer Zehner, wie es sie gerade in der Schweiz nicht häufig gibt», so Lustrinelli. «Er hat unglaublich viel Energie und Kreativität. Er muss aber noch lernen, die Energie zu kanalisieren.»

Bei Servette spielt Imeri oft auf einer Aussenposition, Lustrinelli sieht ihn lieber auf der Zehn. «Ich bin überzeugt, dass er im Zentrum seine offensiven Qualitäten am besten ausspielen kann.»

Nach dem Umbruch nach der EM-Endrunde im März zählen Okafor, Ndoye und Imeri mit ihrem 2000er-Jahrgang bereits zu den Routiniers des Nachwuchsnationalteams. Lustrinelli sagt: «Die drei sollen in unserem Team zu Leadern werden.»

Dan Ndoye ist bei den Fans beliebt.

Dan Ndoye ist bei den Fans beliebt.

Jean-Christophe Bott / Keystone

Gegen Bulgarien ist für das Schweizer U21-Nationalteam ein Sieg Pflicht. «Unser Ziel ist klar: Wir möchten an die EM-Endrunde», sagt Lustrinelli. Gegen Bulgarien werde es aber eine andere Partie als zu Hause gegen die Niederlande auf dem Lausanner Kunstrasen. «Der Platz wird schwierig zu bespielen sein», kündigt Lustrinelli an. Er wird auf die Genialität seines Offensivtrios hoffen.

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