Wimbledon

Stan Wawrinkas Gelassenheit trotz dem frühen Ende in Wimbledon

Enttäuscht, aber nicht zu Tode betrübt: Stan Wawrinka scheitert in der zweiten Runde von Wimbledon, zieht aber dennoch ein positives Fazit.

Enttäuscht, aber nicht zu Tode betrübt: Stan Wawrinka scheitert in der zweiten Runde von Wimbledon, zieht aber dennoch ein positives Fazit.

Noch immer fehlt ihm der Titel in Wimbledon, um die Grand-Slam-Sammlung zu vervollständigen. Auch dieses Jahr scheitert Stan Wawrinka zwar wieder früh, dennoch blickt er mit grossem Optimismus in die Zukunft. Ob Dani Vallverdu ein Teil davon ist, liess er indes offen.

Aufgeräumte Stimmung und Vorfreude auf den Rest der Saison herrschte bei Stan Wawrinka, obschon er sich in der zweiten Runde nach 3:13 Stunden mit 5:7, 6:3, 6:4, 4:6, 6:8 dem Amerikaner Reilly Opelka (ATP 63) hatte beugen müssen.

Die Entscheidung fiel, als der Romand beim Stand von 6:7 das einzige Break des fünften Satzes hatte hinnehmen müssen. Zuvor hatte der 2,11 Meter grosse Wimbledon-Debütant Opelka eine Breakchance für Wawrinka mit dem Aufschlag abwehren können. «Es ist keine grosse Überraschung. Das ist Rasentennis: zwei, drei Punkte können eine Partie entscheiden.»

Enttäuscht sei er schon, sagte Wawrinka, strahlte dabei aber dennoch eine gewisse Gelassenheit aus. Das hatte sich schon zuvor auf dem Platz manifestiert. Als eine Linienrichterin von einem abgelenkten Ball getroffen worden war, tröstete er diese mit einer Umarmung und gewann damit die Sympathien der Zuschauer.

Grosse Vorwürfe machte er sich nach der Niederlage nicht. «Ich hatte meine Chancen, aber er war am Ende besser.» Eine Chance habe er mit einem Fehler der Linie entlang vergeben, ansonsten habe Opelka jeweils sehr gut serviert, sagte Wawrinka, dessen Enttäuschung sich in Grenzen hielt.

Wawrinka spendet Trost und umarmt eine Linienrichterin, nachdem sie von einem abgelenkten Ball getroffen worden war.

Wawrinka spendet Trost und umarmt eine Linienrichterin, nachdem sie von einem abgelenkten Ball getroffen worden war.

Wimbledon als fehlendes Kronjuwel

Wimbledon ist seit jeher Wawrinkas schwächstes Grand-Slam-Turnier. Zwischen 2014 und 2016 gewann er je einmal die Australian Open, die French Open und die US Open, im Südwesten Londons kam er bisher aber noch nie über die Viertelfinals hinaus (2014 und 2015). «Ich habe nie gesagt, dass ich bereit bin, Wimbledon zu gewinnen. Ich sagte, es sei mein Ziel», sagt Wawrinka.

Zuletzt verlor er drei Mal in der zweiten Runde, 2017 scheiterte er in der Startrunde. Damals brach er seine Saison im Anschluss ab, um einen Knorpelschaden im linken Knie operativ behandeln zu lassen. «Ich wusste immer, dass es Zeit braucht. Dass es Höhen und Tiefen geben würde», sagte Wawrinka.

Erst in diesem Jahr hatte der Romand den Anschluss an die absolute Weltspitze wieder hergestellt. Mit seinem Viertelfinal-Vorstoss bei den French Open verbesserte er sich auch in der Weltrangliste wieder unter die Top 20. Damit gilt Wawrinka auch wieder als Kandidat, sich für den Final der acht Jahresbesten in London zu qualifizieren.

Diesen hatte er von 2013 bis 2016 vier Mal in Folge erreicht, ehe zwei Eingriffe am linken Knie im Sommer 2017 für die grösste Zäsur in seiner Karriere sorgten. «Sicher traue ich mir das zu, keine Frage. Wenn ich das ganze Jahr betrachte, kann ich sagen, dass ich grossartiges Tennis spiele und jeden Gegner schlagen kann.» Er sei aufgeregt, was das Jahr noch bringe.

Stan Wawrinka lässt offen, ob er die Zusammenarbeit mit Dani Vallverdu (l.) auch nach Wimbledon fortsetzt.

Stan Wawrinka lässt offen, ob er die Zusammenarbeit mit Dani Vallverdu (l.) auch nach Wimbledon fortsetzt.

Vorerst gönnt sich Wawrinka indes eine Pause. Er dürfte erst Anfang August bei den bei den Masters-Turnieren in Montreal (ab 5. August) und Cincinnati in den Turnier-Zirkus zurückkehren. Offen lässt Wawrinka die Besetzung seines Betreuerstabs. Sicher ist, dass er die Zusammenarbeit mit den Trainern Magnus Norman und Yannick Fattebert sowie Fitnesstrainer Pierre Paganini fortsetzt.

Ob Dani Vallverdu künftig eine Rolle spielt, lässt er hingegen offen. Nach seinem Startsieg in Wimbledon hatte Wawrinka gesagt, er habe den Venezolaner nicht explizit für die Rasensaison verpflichtet. Er werde das Gespräch mit den Beteiligten suchen. Er sagte es mit der nötigen Gelassenheit.

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