Tennis

Djokovic wird rausgeschmissen

Novak Djokovic.

Novak Djokovic.

Novak Djokovic sorgt für einen Skandal bei den US Open. Der Serbe wird nach einer Unsportlichkeit disqualifiziert.

Ein Skandal um Superstar Novak Djokovic hat die US Open am späten Sonntagabend erschüttert. Als Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev noch Interviews nach seinem Turbo-Einzug in den Viertelfinal gab, wurde der Weltranglistenerste und klare Turnier­favorit disqualifizert. Djokovic hatte eine Linienrichterin mit einem Ball getroffen, den er nach einem Ballwechsel nach hinten geschlagen hatte. Den Offiziellen blieb in der Entscheidung keine Wahl.

Beim Stand von 5:6 in seinem Achtelfinalduell gegen Pablo Carreno Busta musste der Serbe seine Sachen packen. Zuvor hatte er sich nach der groben Unsportlichkeit, die wohl unabsichtlich passierte, schwer erschrocken und war zu der Frau geeilt, die sichtlich nach Luft rang. Die Ereignisse waren ein schwerer Schock für das Turnier in New York, bei dem Zverev für sportliche Schlagzeilen sorgte. Angelique Kerber schied dagegen aus.

Zverev schlug den Spanier Alejandro Davidovich Fokina mit 6:2, 6:2, 6:1 in nur 1:34 Stunden und steht erstmals bei den US Open in der Runde der letzte Acht. «Ich habe in den ersten beiden Sätzen eine ganz gute Qualität gezeigt. Es scheint zu laufen bei mir, ich meine, ich bin im Viertelfinale», sagte Zverev happy. In der Runde der besten Acht wartet nun ein Duell mit Borna Coric (Kroatien/Nr. 27) oder Jordan Thompson (Australien).

Kerber war dagegen chancenlos gegen die furios auftrumpfende US-Amerikanerin Jennifer Brady (25) und verlor mit 1:6, 4:6-Niederlage in 1:28 Stunden. Der Traum vom Überraschungscoup ist vorbei, sie verpasste den ersten Einzug in ein Grand-Slam-Viertelfinale seit ihrem Wimbledonsieg 2018.

«Ich habe alles versucht, aber sie hat in den entscheidenden Momenten besser gespielt», sagte Kerber: «Für das erste Turnier nach mehr als sechs Monaten Pause war es trotz der Niederlage ein guter Start für mich. Ich habe mein Bestes auf dem Platz gelassen.» Nun müsse sie sich mit Blick auf die French Open (ab 27. September) schnell umstellen, denn die Pariser Trophäe fehlt ihr noch.

Zverev glaubt weiter an seine grosse Chance in New York. Er präsentierte sich von Beginn an hochkonzentriert und dominierte die Partie gegen seinen 21 Jahre alten Gegner, der in der Weltrangliste auf Rang 99 geführt wird. Zverev servierte stark und leistete sich kaum einfache Fehler. Schon nach 58 Minuten gewann er den zweiten Satz.

Auch Kerber scheidet aus

Anfang des dritten Satzes verletzte sich der Spanier am Knöchel und musste behandelt werden, kämpfte aber anschliessend weiter. Zverev, der bei den Australian Open im Frühjahr das Halbfinale erreicht hatte, blieb souverän und setzte sich problemlos durch.

Kerber konnte dagegen laut Barbara Rittner gegen Brady von Anfang an «nicht dagegenhalten, weil sie eine schwache Quote hatte bei ihrem ersten Aufschlag und bei ihrem zweiten kaum gepunktet hat». Brady habe das Match «bis zum Ende kontrolliert», ergänzte Rittner, Head of Women’s Tennis im Deutschen Tennis Bund (DTB), bei Eurosport.

Kerber, die als letzte Deutsche im Dameneinzel von New York ausschied, hatte sich mit ihren vorangegangenen drei Matches in Flushing Meadows durchaus in den Kreis der Mitfavoritinnen gespielt.

Aber Brady war eine ganz harte Nuss. Sie war von ihrem deutschen Trainer Michael Geserer minutiös auf die Partie vorbereitet worden, spielte beeindruckend auf. Kerber sah sich zumeist stark in die Defensive gedrängt und fand letztlich keine Antwort auf die knallharten Aufschläge und die peitschende Vorhand der US-Amerikanerin.

Ihr Coach Torben Beltz versuchte seine Athletin von der Tribüne aus aufzumuntern, rief «Angie go!». Doch schon nach 22 Minuten war der erste Satz verloren. «Sie hat schon oft genug solche Matches in ihrer Karriere gedreht», kommentierte Rittner. Doch es reichte nicht mehr fürs Viertelfinale.

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