Sponsor gefunden
Nick Alpiger hätte früh viel verdienen können ‒ er verzichtete aber freiwillig

Der Aargauer Spitzenschwinger Nick Alpiger wollte sich als Sportler erst beweisen, bevor er sich sponsern lässt. Während sich andere bereits früh einspannen lassen, verzichtete er freiwillig auf die Einnahmen. Nun ist er bereit für den Schritt, bleibt sich aber treu.

Martin Probst
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Nick Alpiger kann sich mit dem Produkt, das er bewirbt, identifizieren.

Nick Alpiger kann sich mit dem Produkt, das er bewirbt, identifizieren.

Pascale Alpiger

Er war einer der begehrtesten Junggesellen im Schwingsport. Zumindest was die Vermarktung betrifft: Nick Alpiger. Jahrelang widerstand er den Angeboten. Und es gab einige. Die Manager sahen bereits die Gewinne, die sie mit ihm erzielen könnten. Entsprechend oft klingelte sein Telefon.

Doch Alpiger lehnte ab. Und verzichtete damit auf viel Geld. Er sagt: «Ich wollte im Schwingen zuerst jemand werden. Ich wollte mich auf dem Schwingplatz beweisen.» Der Aargauer wollte sich nicht einspannen lassen für Dinge, die nicht zu ihm passen. Er sagt:

«Das hätte mich in meiner Entwicklung als Schwinger gebremst. Es war mir wichtig, niemandem verpflichtet zu sein.»

Als Schwinger hat sich Alpiger längst bewiesen. Er ist zu einem geworden, der die grossen Feste gewinnen kann. Und trotzdem wartete er ab. Er blieb standhaft, so wie er sich auch im Sägemehl nur widerwillig auf den Rücken legen lässt.

2019 konnte Nick Alpiger das Innerschweizerische Fest gewinnen. Es war sein bisher grösster Triumph.

2019 konnte Nick Alpiger das Innerschweizerische Fest gewinnen. Es war sein bisher grösster Triumph.

Alexandra Wey / KEYSTONE

Es zeichnet Alpiger aus, das er den Verlockungen des Geldes nicht erlag. Am Interesse der Gegenseite fehlte es nicht. Kein Wunder. Alpiger war einer der letzten Topschwinger, die noch auf dem Markt waren und ohne Sponsor. «Aber es gab nie eine Anfrage, die mich interessierte und hinter der ich hätte stehen können.»

Bis sich Eptinger meldet. Ein Familienunternehmen wie es die Alpigers sind, wenn es um die Karriere von Nick geht. Er sagt:

«Zum ersten Mal fühle ich mich wohl, wenn es darum geht, für jemanden zu werben. Weil ich hinter diesem Produkt stehen kann.»

Am Eidgenössischen 2022 in Pratteln liefert das Unternehmen das Mineralwasser und ist Kranzsponsor. Für Eptinger ist Alpiger der ideale Mann. Er kommt aus der Nordwestschweiz und wird am Eidgenössischen ‒ sofern er gesund ist – zu den Favoriten auf den Königstitel zählen. «Mich freut vor allem, dass wir gleiche Wertvorstellungen haben», sagt Alpiger, der bisher fünf Kranzfeste und 45 Kränze gewinnen konnte.

Sein Pensum als Maurer reduziert Alpiger nicht

Werte sind dem Aargauer wichtig. Darum hat Alpiger so lange gewartet, bis er sich für ein Sponsoring entschied. «Es ging mir nie um Geld. Natürlich ist es schön, dass nun etwas zurückkommt. Aber verändern will ich nichts.»

Das heisst, er wird vorerst auch weiterhin mit einem 80-Prozent-Pensum als Maurer arbeiten. Wie viel ihm das Sponsoring einbringt, verrät er nicht. Allerdings seien sechsstellige Summen, wie sie manchmal verbreitet werden, wenn es um die Sponsoringverträge im Schwingen geht, weit weg von der Realität.

Gemeinsam mit dem neuen Sponsor präsentiert Alpiger auch eine eigene Website, nachdem er seit ein paar Tagen auf Social Media präsent ist. Es geht etwas in seinem Leben.

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