Eishockey

Wie eine lästige Mücke: EHCO-Trainer Fredrik Söderström erhält als Stalking-Opfer viel Unterstützung

Konzentriert bei der Arbeit: Fredrik Söderström.

Konzentriert bei der Arbeit: Fredrik Söderström.

EHCO-Trainer Fredrik Söderström erhält als Stalking-Opfer viel Zuspruch und Unterstützung. Und auch die Beratungsstelle für Opferhilfe Aargau/Solothurn hat sich bei den Powermäusen gemeldet.

Ob in der schmucken, neuerbauten Saloon-Bar oder auf den Rängen in der Halle: Im Stadion Kleinholz gab es gestern Abend unter den 2060 Zuschauern anlässlich des Heimspiels gegen die GCK Lions vor allem ein grosses Gesprächsthema: Der EHCO-Trainer Fredrik Söderström, der seit Monaten von einer jungen Norwegerin gestalkt wird.

Der 42-jährige Schwede hatte sich am vergangenen Sonntag dazu entschlossen, seine sich monatelang hinziehende Geschichte mit einem emotionalen Facebook-Beitrag öffentlich zu machen.

Nach der Berichterstattung dieser Zeitung sorgte der Fall gestern schweizweit für grosses Aufsehen. Auch beim EHC Olten wurde man überrascht über die private Geschichte seines Headcoaches, sicherte ihm aber vollste Unterstützung zu. «Es ist ein sehr sensibles Thema. Wir stehen natürlich zu 200 Prozent hinter Fredrik und bieten ihm alle Hilfe an, die er brauchen kann», sagt EHCO-Sportchef Marc Grieder.

Insbesondere bei den rechtlichen Angelegenheiten will der EHC Olten als Arbeitgeber seinem Mitarbeiter, der als Schwede mit dem Schweizer Gesetz nicht vertraut ist, Hand bieten. Für weitergehende Unterstützung hat sich zudem die Beratungsstelle für Opferhilfe Aargau/Solothurn aktiv bei den Powermäusen gemeldet.

Auf grosse Unterstützung darf Fredrik Söderström auch aus der weiten Welt des Internets zählen. Ausschliesslich aufmunternde Worte bekam er von EHCO-Fans, Fans seines ehemaligen Arbeitgebers Storhamar oder auch aus seiner Heimat in Schweden zu lesen. «Dein Beitrag ist ein starkes Zeichen, Fredrik. Ich wünsche dir, dass sich das Problem möglichst schnell in Luft auflöst», schreibt ein User, während eine Norwegerin festhält: «Ufff, das ist nicht gut. Ich hoffe, es wird bald enden, damit du in Ruhe leben kannst. Viel Glück in der Schweiz! Umarmung aus Hamar.» Und ein Schwede meint: «Ich hoffe, es tangiert deine Arbeit nicht und dass es ein schnelles Ende hat. Ich wünsche dir, dass du erfolgreich bist in der Schweiz.»

Diese wohlwollenden Nachrichten, diese Zusprüche – sie tun Fredrik Söderström während dieser frustrierenden Zeit gut. «Ich habe sehr herzliche Menschen um mich herum. Meine Freunde, meine Familie und Bekannten unterstützen mich sehr», zeigt sich der EHCO-Trainer am Tag der medialen Aufmerksamkeit dankbar.

«Dieser Fall beeinflusst meine Arbeit beim EHC Olten nicht»

Am Nachmittag lüftet Söderström auf einem Spaziergang seinen Kopf – und ist erstmals seit seinem Facebook-Beitrag online aktiv: «Ich habe nicht erwartet, dass ein Spieltag 27 Grad und strahlenden Sonnenschein bedeuten», schreibt Söderström zu einem stimmungsvollen Weintrauben-Bild.

Einige Stunden später, am Abend, spricht ihm sein Team mit einem überzeugenden 7:1-Kantersieg gegen die GCK Lions auf dem Eis Mut zu. Obwohl Söderström sein Stalking-Thema wegen des Matchtags in der Garderobe nicht ansprechen wollte. «Ich wollte meinen Fokus auf das Spiel legen, damit wir uns seriös auf den Gegner vorbereiten können.» Doch heute, oder in den nächsten Tagen, will er seinen Stalking-Fall seinen Spielern erläutern – und dabei vor allem eine Botschaft vermitteln: «Ich mag meinen Alltag, ich mag die Schweiz, ich mag meinen Job, mein Team, meine Aufgaben und meine Herausforderungen als Eishockeytrainer. Dieser Fall beeinflusst meine Arbeit beim EHC Olten nicht. Es ist viel mehr wie eine lästige Mücke, die man einfach nicht aus dem Raum bringt.»

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