Unihockey
Wiler-Ersigen nach zwei Niederlagen innert 24 Stunden in Rücklage

4:6 und 1:2 im Penaltyschiessen: Der SV Wiler-Ersigen verliert am Wochenende zweimal gegen Zug United und gibt im Viertelfinal die Führung aus der Hand. Insbesondere im Spiel vom Sonntag muss sich der Titelverteidiger mangelnde Effizienz vorwerfen lassen.

Raphael Wermelinger
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Andrin Hollenstein im Rencontre mit Zugs Goalie Petter Nilsson, Matchwinner in der dritten Playoff-Begegnung vom Sonntag.

Andrin Hollenstein im Rencontre mit Zugs Goalie Petter Nilsson, Matchwinner in der dritten Playoff-Begegnung vom Sonntag.

Claudio Thoma/freshfocus

Im fünften Aufeinandertreffen in dieser Saison mussten Wiler-Ersigen und Zug United zum dritten Mal in die Verlängerung. Im Gegensatz zum Mittwoch, als Mendelin Wiler-Ersigen im Startspiel der Viertelfinalserie in der Overtime zum 2:1-Sieg geschossen hatte, fielen am Sonntagabend keine Tore in der zehnminütigen Verlängerung. Im Penaltyschiessen setzte sich wie schon vor drei Wochen im Duell in der Master Round Zug United durch.

Den entscheidenden Penalty verwertete Yannick Rubi, das war logisch. Zug Uniteds Drittlinienstürmer mit der Nummer 13 ist bislang der auffälligste Protagonist in dieser Viertelfinalserie zwischen dem amtierenden Meister Wiler-Ersigen und dem aktuellen Cupsieger Zug. Mit zwei Toren und zwei Assists war er an der Hälfte der Zuger Tore beteiligt. Seinen Penalty gegen Wiler-Goalie Menétrey verwandelte er frech mit der Backhand. Vor ihm hatten bereits die Söldner Julkunen und Andersson getroffen. Die drei Wiler-Schützen Mendelin, Mutter und Louis dagegen scheiterten mit ihren Versuchen allesamt an Zugs Goalie Petter Nilsson.

Die dritten Linien sind bis jetzt die produktivsten

Der Schwede hatte die Spieler des SV Wiler-Ersigen schon im ersten Drittel fast zur Verzweiflung gebracht. Mit seinen Paraden sorgte Nilsson dafür, dass das vom Heimteam dominierte Startdrittel torlos endete. Wiler zeigte sich nach der Niederlage vom Vortag deutlich angriffslustiger und suchte vermehrt den direkten Abschluss. Die Ausbeute, Captain Väänänens Tor kurz vor dem Ende des Mitteldrittels, war zu dürftig. Die erneut effizienteren Zuger hatten bereits in der 31. Minute das 1:0 erzielt. In den letzten zwanzig Minuten plus Verlängerung gelang keinem der beiden Teams ein Lucky Punch. Zum zweiten Mal in dieser Serie fielen nur zwei Tore.

Das liegt auch daran, dass sich die beiden ersten Linien bislang nahezu neutralisierten. Auch im zweiten Spiel vom Samstag waren es die dritten Formationen, die für die Tore verantwortlich zeichneten. In der 10. Minute eröffnete Känzig das Score für Wiler-Ersigen. Er hatte schon beim 2:1-Sieg am Mittwoch das erste Tor erzielt. Zugs dritte Linie antwortete mit dem Ausgleich kurz vor der ersten Pause und zwei schnellen Toren zu Beginn des Mitteldrittels. Herausragend war dabei Rubi, der das 1:1 und das 2:1 schoss und das 3:1 von Flütsch mit einem schönen Zuspiel von hinter dem Tor vorbereitete. Das 4:1 fiel im Schlussabschnitt nach 25 Sekunden. Und in Unterzahl setzten die Zuger durch Laely gar noch einen drauf.

Wiler-Ersigens Patrick Mendelin, bislang mit drei Toren in den drei Playoff-Begegnungen, wird von Zug Uniteds Andrea Menon verfolgt.

Wiler-Ersigens Patrick Mendelin, bislang mit drei Toren in den drei Playoff-Begegnungen, wird von Zug Uniteds Andrea Menon verfolgt.

Claudio Thoma / freshfocus

Fünf Gegentore in Folge waren dann aber doch etwas zu viel für das Ego des Rekordmeisters. Pylsy (45.) und Mendelin (49.) verkürzten wieder auf zwei Tore. Und noch waren zehn Minuten zu spielen. Wiler-Ersigen rannte an und die Zuger kamen ins Schwimmen. Mit einem zusätzlichen Feldspieler statt Torhüter Flury, der zu seinem ersten Einsatz in den Playoffs kam, schaffte der SV Wiler-Ersigen in der zweitletzten Minute den Anschluss zum 4:5 – Mendelin mit seinem drittem Tor in den Playoffs. Dreissig Sekunden später fand Wilers Aufholjagd aber ein jähes Ende. Zugs Julkunen verhinderte mit seinem Schuss ins leere Tor die zweite Verlängerung im zweiten Spiel.

Die zweite Niederlage 24 Stunden später schmerzt noch mehr. Der SVWE war über weite Strecken das bessere Team. Doch Wiler trifft im Moment schlicht zu selten – nur sieben Tore in drei Spielen, drei davon kamen von Verteidigern. Apropos Verteidiger: Dass Krister Savonen, Wilers bester Vorlagengeber in der Qualifikation, verletzt fehlt, ist auch ein Grund, weshalb sich der Rekordmeister so schwertut.

Yannick Rubi (links) und Zug United haben die Playoff-Viertelfinalserie gedreht.

Yannick Rubi (links) und Zug United haben die Playoff-Viertelfinalserie gedreht.

Claudio Thoma / freshfocus

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