Tennis

Tamara Arnold hat das Glück in den Staaten gefunden

Tamara Arnold verbringt aktuell ihre Semesterferien in der Schweiz und spielt in der Interclub-Meisterschaft mit.

Tamara Arnold verbringt aktuell ihre Semesterferien in der Schweiz und spielt in der Interclub-Meisterschaft mit.

Seit gut zwei Jahren lebt und trainiert Tamara Arnold in den USA, wo sie die Lockerheit auf dem Platz gefunden hat.

Tennis ist ein knallhartes Geschäft. Wer Erfolg haben will, muss diesem Vorhaben alles unterordnen. Der zeitliche und der finanzielle Aufwand sind enorm und der Weg an die Spitze ist hart. Entsprechend sind Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und mentale Stärke essenziell – zusätzlich zu allen spielerischen und körperlichen Fähigkeiten versteht sich.

Platz für Zweifel gibt es nicht. Auch nicht in sportlich schwierigen Situationen – beispielsweise bei Verletzungen oder ausbleibenden Resultaten. Entsprechend schafft nur ein Bruchteil aller Spielerinnen und Spieler, die von einer Profikarriere träumen, den Durchbruch.

Diese Erfahrung hat auch Tamara Arnold gemacht. Die junge Kappelerin hat auf Juniorinnenstufe grosse Erfolge gefeiert. Bei den Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaften sammelte sie achtzehn Medaillen und kämpfte sich auf der ITF-Juniorentour bis auf Position 154 nach vorne.

Nach der obligatorischen Schulzeit versuchte sie, bei den Profis Fuss zu fassen. Dafür setzte sie ausschliesslich auf die Karte Tennis. Sie trainierte zuerst in Biel im nationalen Leistungszentrum von Swiss Tennis, danach im Tenniscenter Trimbach, wo sie dereinst ihre Tenniskarriere lanciert hatte.

Vor zwei Jahren zog sie nach Texas

Nach gut zwei Jahren hatte Tamara Arnold dann aber genug vom Profileben. Sie entschied sich für einen anderen Weg und schlug im Sommer 2017 ein neues Kapitel auf: Sie verliess die Schweiz und zog nach Texas, genauer in die Kleinstadt Tyler. Dort besuchte sie das Junior College und spielte daneben Tennis. Im Vergleich zu ihrer Zeit als Profi nahm der Tennissport nun einen kleineren Stellenwert ein. «Ich trainierte vielleicht noch zwei, maximal drei Stunden am Tag, dafür ging ich wieder zur Schule und musste abends für die Prüfungen lernen», so Arnold.

Das neue Leben auf der anderen Seite des Atlantiks gefiel ihr. Auch auf dem Tennisplatz lief es wieder wie gewünscht. «Wir trainierten immer im Team. Es fühlt sich an, als ob man das ganze Jahr über Interclub spielt. Das hat mir extrem gut gefallen. Man kämpft füreinander und gibt nie auf», sagt Arnold. «Auch die Atmosphäre an der Schule war super. Ich fühlte mich sehr wohl und habe so die nötige Lockerheit auf dem Tennisplatz gefunden. Ich hatte endlich wieder richtig Freude am Tennisspielen.»

In Oklahoma wurde sie nicht glücklich

Nach eineinhalb Jahren in Texas stand für Tamara Arnold der nächste Wechsel an. Vom Junior College ans normale College. Dank ihren starken Leistungen konnte sie aus den verschiedensten Universitäten auswählen. Darunter auch einige der besten Adressen des Landes.

«Ich habe mir viele Unis angeschaut und mich am Ende für Oklahoma entschieden. Das Programm und die Infrastruktur waren hervorragend und das Tennisteam war sehr stark», so Arnold, die mit ihrem Collegeteam in Oklahoma jeweils vor mehreren 100 Zuschauern spielte. «Der Collegesport ist alles für die Amerikaner. Unser Team kam auch regelmässig im nationalen TV. Das war schon ein krasses Gefühl.»

Trotzdem wurde Tamara Arnold in Oklahoma nicht richtig glücklich. «Ich machte zwar im konditionellen Bereich extreme Fortschritte, aber der Trainingsalltag glich wieder sehr stark dem Leben als Profi. Die Trainer forderten enorm viel und bauten auch viel Druck auf. Meine Lockerheit war wieder weg. Das hat für mich nicht mehr gepasst», blickt Arnold zurück, die ihre Semesterferien derzeit in der Schweiz verbringt und einige Turniere und Interclub-Partien bestreitet.

Noch mindestens zwei Jahre will sie bleiben

Trotzdem ist für sie klar, dass sie in den USA bleiben wird. Wenn sie nach den Sommerferien zurückkehrt, wird sie für die San Diego State University spielen. «Das sportliche Niveau wird etwas tiefer sein als in Oklahoma, aber ich spüre das Vertrauen der Coaches. Das ist enorm wichtig für mich, denn ich will mich verbessern und Freude haben am Tennis», sagt Arnold. Sie plant, noch mindestens zwei Jahre zu bleiben und den Bachelor in Sportwissenschaften zu erlangen.

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