Schon Stunden vor Spielbeginn geniessen EHCO-Fans gemeinsam mit Aarauern Wurst und Bier, während sich die Spieler mit einem Fussball nebenan warm spielen. Pünktlich zum Spielbeginn geht schliesslich die wärmende Herbstsonne in Reinach unter. Für einen stolzen Eintrittspreis von 30 Franken wechseln die Zuschauer in die kalte Kunsteisbahn Oberwynental. 702 Fans fanden den Weg in die Kunsteisbahn - mehr Zuschauer als an manch einem NLB-Meisterschaftsspiel.

Viele verfolgen das Spiel gespannt aus Interesse an einem der seltenen Eishockeyspiele zwischen Profiteam und 1.-Liga-Mannschaft. Andere beobachten das Spielgeschehen unmittelbar neben dem Eis stehend viel mehr mit einer Furchtsamkeit, irgendwann von einem unkontrollierten oder abgelenkten Puck getroffen zu werden. Es ist noch keine Spielminute absolviert, als das erste Opfer zu beklagen ist: Beim Einspielen wurde ein VIP-Gast von einer Scheibe am Kopf getroffen. Der Zuschauer konnte das Cupspiel nach einer kurzen Verarztung doch noch geniessen. Das Cupderby musste in Reinach ausgetragen werden, weil die Aarauer Kunsteisbahn derzeit renoviert wird.

Liebend gerne hätten die Argovia Stars mit dem Spiel gegen Olten die Keba wiedereröffnet. Es hat nicht sollen sein: «Wir sind glücklich, dass es mit Reinach geklappt hat. Uns war es unter dem Strich wichtig, dass wir das Spiel im Aargau austragen konnten», sagt Argovia-Präsident Arnold Walter.

Starke Torhüter-Leistung

Zum Spiel: In der Startphase war der EHC Olten vor allem darum bemüht, sich mit kernigen Checks Respekt bei den Aarauer Amateuren zu verschaffen. Doch das Rezept vermochte gegen die immer stärker auftretenden Argovia Stars nur bis zum zweiten Drittel aufzugehen. Die 1.-Liga-Amateuren verkauften sich bis Spielschluss gegen die Oltner Profis überaus teuer. Das Schlussdrittel konnten die Argovia Stars sogar torlos gestalten. Insbesondere Aaraus erste Sturmlinie um Wittwer, Frei und Scherwey sorgten in der Oltner Defensive immer wieder für Unruhe und lieferten gewiss eine Leistung auf NLB-Niveau ab. Für den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer der Argovia Stars war denn auch Christoph Frei besorgt. Ausgerechnet er, der die Juniorenzeit beim EHC Olten verbrachte, im Alter von 19 Jahren nach Basel wechselte und nun für die Argovia Stars auf Torejagd geht. In der vergangenen Saison gelangen ihm respektable 30 Skorerpunkte in 33 Spielen.

Wehrli ist Mann des Spiels

Zum Mann des Spiels kürte sich jedoch ein anderer Aarauer: Torhüter Sandro Wehrli. Am 19-Jährigen verzweifelten die EHCO-Spieler im Minutentakt. Bis zur ersten Drittelspause war es lediglich Oltens Cyrill Aeschlimann, der den Youngster bezwingen konnte (14.). EHCO-Trainer Maurizio Mansi warnte in der Pause seine Truppe vor zu einem selbstsicheren Auftreten, auch wenn die Oltner das Spiel zu jeder Zeit diktierten und sowohl technisch wie auch läuferisch stets eine Klasse besser waren. Nach den weiteren Treffern von Wüst und Schwarzenbach schalteten die Dreitannenstädter einen Gang zurück.

Es sollte gegen den Underdog aus der ersten Liga reichen. Mansi wollte nicht viele Worte über sein Team verlieren, lobte viel mehr den Gegner in höchsten Tönen. Damit kann sich Argovia-Trainer Eric Wittwer und sein Team nichts kaufen. «Mit etwas Glück wäre hier sogar noch mehr dringelegen. Aber klar: Der Gegner war stärker. Ich bin stolz auf die Jungs. Wir durften hier erhobenen Hauptes vom Eis», bilanzierte er.
Nun hofft man beim EHC Olten in der nächsten Cuprunde auf einen Hochkaräter aus der National League A. Dann wären die Oltner zumindest spielerisch wieder stärker gefordert.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Dominik Holzherr: