Lommiswil
Nathalie Schneitter wird an den Radquer-Schweizer-Meisterschaften Fünfte

Die Leberbergerin wird in einer Schlammschlacht Fünfte. Eigentlich hatte sie sich mehr erhofft und mit einer Medaille geliebäugelt.

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Nathalie Schneitter im Schlamm von Dagmersellen.

Nathalie Schneitter im Schlamm von Dagmersellen.

Zur Verfügung gestellt

Bei den Radquer-Schweizer-Meisterschaften in der Luzerner Radquer-Hochburg Dagmersellen holten sich mit dem 22-jährigen Neoprofi Lars Forster bei den Männern und der vier Jahre jüngeren Zürcherin Sina Frei im Frauenrennen zwei junge Wilde die Titel.

Im Dauerregen am Chrüzberg kam es zu der erwarteten Schlammschlacht, fast wie in den alten Zeiten des Quersports. Die 29-jährige Nathalie Schneitter erreichte dabei wie im Vorjahr in Aigle bei ihrer Radquer-SM-Premiere den fünften Platz.

Die Leberbergerin hatte sich eigentlich mehr erhofft und mit einer Medaille geliebäugelt.

«Ich hatte einen sehr schlechten Start. Warum, weiss ich selber nicht. Als ich dann in der ersten Abfahrt vom Chrüzberg noch ausrutschte, waren die drei späteren Medaillengewinnerinnen Sina Frei, Nicole Koller (2.) und Lise-Marie Henzelin (3.) schon weg», berichtete die etwas enttäuschte Lommiswilerin im Ziel, die den Kampf um den vierten Rang gegen Milena Landtwing Ende der dritten von sechs Runden wegen eines Plattfusses verlor.

«Von diesem Zeitpunkt an hatte ich nur noch ein Rad zur Verfügung und konnte dieses nicht mehr wechseln.» Zum Vergleich: Der beste Solothurner bei den Profis, der achtklassierte Niedergösger Severin Sägesser, hatte beim Meisterschaftsrennen nicht weniger als vier Rennmaschinen zur Verfügung.

«Die vier Quer-Rennen in dieser Saison waren für mich eine willkommene Auflockerung im Winter-Training und machten mir viel Spass.» Sie habe dabei viel gelernt, bedauert aber die viel kürzere Dauer der Rennen bei den Frauen als bei den Männern.

«In solchen Rennen sind natürlich die jungen Fahrerinnen viel spritziger als ich», ist Nathalie Schneitter überzeugt.

Nur zwei Startplätze in Rio

Drei Tage zuvor begrüsste Nathalie Schneitter über 100 sportbegeisterte Personen an ihrem traditionellen Fan- Abend. 24 Stunden vorher kam sie aus einem Trainingslager auf Grand Canaria in die Schweiz zurück.

«Dort konnte ich bei 25 Grad trainieren.» Ihr Ziel für 2016 sind die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Nach ihrem Armbruch 2012 und weiteren gesundheitlichen Problemen in den darauffolgenden Jahren habe sie im letzten Jahr wieder einen Schritt zurück in die Weltklasse machen können.

«Ich bin mir aber bewusst, dass es sehr schwer wird. Die Schweiz hat nur zwei Startplätze in Brasilien. Einen hat die Weltranglistenerste Jolanda Neff fast auf sicher, und um den zweiten Platz kämpfen fünf bis sieben Fahrerinnen.»

Die drei ersten Weltcup-Rennen in Kanada, Albstadt (DE) und La Bresse in den französischen Vogesen sind die drei Schweizer Selektionsrennen für Olympia. «Ende Mai wird sich dann zeigen, ob ich den Plan A oder B anwenden kann.»

Vor den Olympischen Spielen in Rio finden im Juli zudem auch noch die Welt-Titelkämpfe in Nove Mesto in Tschechien statt. Bereits am 25. Januar fliegt sie nach Alicante zum ersten Mountainbike-Rennen in der Olympia-Saison mit mehreren Etappen. (mdy)

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