Bogenschiessen

Hightech vs. Naturprodukt - die Spannweite des Bogenschiesssports ist gross

Die Technik-Freaks schiessen mit dem High-Compound-Bogen (Bild)

Die Technik-Freaks schiessen mit dem High-Compound-Bogen (Bild)

Archaisches und High-Tech am Adventsturnier in Zuchwil. Ausser den Geräuschen von gespannten Sehnen und der durch die Luft zischenden Pfeile haben die verschiedenen Bogen-Typen nicht viel gemein.

Rechts in der grossen Halle im Sportzentrum Zuchwil hätte sich am Sonntag Dr. Dr. Sheldon Lee Cooper aus der Serie The Big Bang Theory wohl gefühlt. Links würde Indiana Jones seine Freunde finden.

Man investiert viel Geld ...

Rechts wird mit Compound-Bögen auf drei winzige Scheiben geschossen. Drei Scheiben braucht es, weil man mit diesen Pfeilbögen aus High-Thech-Materialien wie Karbon und Aluminium so exakt schiessen kann, dass man Gefahr liefe, mit einem Pfeil exakt auf den vorangehenden Pfeil zu treffen. Wer rechts mithalten will, der muss zunächst einmal mehrere Tausend Franken ins Material investieren. Diese Compound-Bögen verfügen über Stabilisatoren und die Sehne läuft über spezielle Rollen, mit denen die Spannung und damit die Geschwindigkeit der Pfeile erhöht werden kann. Das beste Resultat lieferte der Birmenstorfer Patrizio Hofer mit 581 Punkten ab, wobei er 42-mal in den Zehner traf.

... oder viel Zeit

Ganz links wird mit einfachen Holzbögen, so wie man sich einen Pfeilbogen eben vorstellt, auf sehr grosse Scheiben geschossen. Diese Bogenschützen investieren zunächst einmal viel Zeit in ihr Equipment. Der junge Solothurner Raphael Fessler hat zum Beispiel seinen Longbow und die Holzpfeile selber hergestellt. Selbst die stabilisierenden Federn sind ein Naturprodukt. Fessler erzielte bei den Longbow 287 von 600 möglichen Punkten, wobei er einen Zehner schoss. Sein Ziel, die 300er-Marke zu durchbrechen, verpasste er wegen einer unkonzentrierten Phase zu Beginn der zweiten Serie.

Seit 1996 mit dem gleichen Bogen unterwegs

Zwischen den beiden Extremen, Longbow und Compound, gibt es mit Barebow, Bowhunter und Recurve weitere Bogenkategorien. Der olympische Recurve ist zum Beispiel wie ein Doppel-S geschwungen, besitzt aber keine Rollen. «Das internationale Reglement ist ein dickes Buch, darin sind alle erlaubten und verbotenen Details beschrieben», sagt Andreas Baumgartner, Vizepräsident und Trainer der Bogenschützen Solothurn. «Die Individualisten fühlen sich eher zum Longbow hingezogen, die Technikfreaks zum Compound. Der stellt zwar am Anfang einen gewisse Investition dar, aber wenn man ihn gut wählt, dann hat man viele Jahre Freude daran.» Er schiesse zum Beispiel seit 1996 mit demselben Compound-Bogen.

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