Schwingen
Dominik Roth: So jung und schon so böse

Dominik Roth ist leidenschaftlicher Biker, er schaut sich Handballspiele des TV Solothurn an und – er will Schwingerkönig werden. Morgen nimmt der 18-jährige Biberister am «Seeländischen» in Vinelz teil.

Hans Peter Schläfli
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Es läuft wie geschmiert: Dominik Roth gehört zu hoffnungsvollen Talenten in der Schweizer Schwingszene.

Es läuft wie geschmiert: Dominik Roth gehört zu hoffnungsvollen Talenten in der Schweizer Schwingszene.

Hans Peter Schläfli

«Ich schwinge seit ich laufen kann», sagt Dominik Roth. So lange ist das gar noch nicht her, denn der Biberister Jungschwinger ist erst 18 Jahre alt. «Mein Bruder und meine Cousins sind auch Schwinger und so bin ich mit dem Sport aufgewachsen. Meine ersten Kindheitserinnerungen sind Schwingfeste.»

Und er hat einen grossen Traum: «Ich will einmal Schwingerkönig werden.», sagt er selbstbewusst. Morgen Sonntag steht Roth beim Seeländischen in Vinelz im Einsatz. Und obwohl er ein Solothurner ist, bezeichnet er es als sein Heimschwingfest, weil er seit langen zum Schwingklub Aarberg gehört. «Das Niveau ist dort sehr hoch», erklärt Roth seinen «Kantonsübertritt», «aber ich trainiere auch gerne mit den Solothurnern. Auch bei ihnen ist das Training sehr intensiv.»

Bereits sieben Kränze

Mit seinen 18 Jahren gehört Dominik Roth bereits zu den «Bösen» und er muss bei den Schwingfesten auch gegen die ganz grossen Namen antreten. Gerade erst konnte er zum Beispiel beim Oberaargauischen in Seeberg-Grasswil gegen Thomas Zaugg einen Gang stellen. Nur gegen den späteren Sieger Matthias Glarner, der auch in Vinelz zu den Favoriten zählt, verlor der Jungschwinger. So holte Roth bereits seinen zweiten Kranz dieser Saison. Bei den Aktiven wohl gemerkt.

Bei den Jungschwingern hat er unter anderem das Bernische Kantonale und gewonnen. In der Jahreswertung liegt er damit auf Rang 77 und er kommt in seiner jungen Karriere schon auf ein Total von sieben Kränzen – das ist einer mehr als sein älterer Bruder Philipp Roth, der ebenfalls ein ausgezeichneter Schwinger ist.

Er gehört zwar nicht zu den absoluten Hünen im Schwingsport, für einen Teenager hat Roth bereits einen beachtlich muskulösen Körper. Heute habe er die Kraft vielleicht noch nicht, um einen der ganz grossen Brocken zu «lüpfen». «Aber in zehn Jahren werde ich so weit sein. Dann möchte ich Schwingerkönig werden.»

Langsam und mit kleinen Schritten

Langsam und in kleinen Schritten will Dominik Roth also sein grosses Ziel erreichen. Er kommt aus einer Schwingerfamilie und weiss, dass es nichts nützt, wenn man etwas überstürzt und die Muskeln im Kraftraum mit Gewichtestemmen zu rassig aufbaut. «Meine Ausdauer trainiere ich gerne auf dem Velo und zudem kann ich mich mental beim Biken sehr gut erholen», sagt Roth.

Dass er nun von einem Gerlafinger Velogeschäft ein topmodernes Karbon-Bike erhalten hat, bezeichnet der Biberister Jungschwinger als «absoluten Glücksfall». Denn talentierte Jungschwinger müssen auf viel verzichten, wenn sie voll auf ihren Sport setzen wollen. Obwohl der urchige Sport so richtig boomt, sind Sponsoren schwer zu finden. Man spricht gar von einer Zweiklassengesellschaft, weil es den Spitzenschwingern finanziell sehr gut geht, während der Nachwuchs die meisten Kosten aus dem eigenen Sack zahlen müssen.