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Das Spektakel fand neben dem Platz statt

In der letzten Runde der zweiten Liga trennen sich Herzogenbuchsee und Kirchberg mit 1:1.

Hans Peter Schläfli
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Das Spektakel fand neben dem Platz statt
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Fabian von Ballmoos (links, Kirchberg) gegen Livio Michetti (rechts)
Packende Duelle bei Buchsi (in Weiss) gegen Kirchberg

Das Spektakel fand neben dem Platz statt

AZ

Da überlegte einer zu lange: In der 2. Minute spielte Roger Niederer als hinterster Mann den Ball nicht ab und Markus Probst luchste ihm diesen ab. Buchsis Nummer 8 zog aufs Tor, dribbelte sich geschickt in Schussposition und brachte die Gäste in Führung. Kirchberg reagierte sofort, hatte aber bei einem Pfostenschuss in der 8. Minute Pech. Auf der anderen Seite traf dann aber auch Raphael Aegerter in der 22. Minute nur den Pfosten.

Nach einer halben Stunde übernahm dann aber Kirchberg definitiv das Kommando auf dem Birkenring. Der Druck nahm stetig zu, das Ausgleichstor war nur eine Frage der Zeit. In der 53. Minute traf Fabio Jäggi nach einem Eckball zum verdienten Ausgleich.

Zwei rote Karten ohne Folge

Für Buchsi kam es noch Schlimmer: Etienne Büschi reklamierte und reklamierte, sah die gelbe Karte und reklamierte weiter, bis Schiedsrichter Michael Lüthi ihm auch noch die rote zeigte. Dass sich die Spieler auf beiden Seiten immer wieder nervten, war aber auch ein wenig Lüthis Fehler. In einem an sich harmlosen Spiel übersah er sehr viele kleine Fouls und tolerierte zu viele unsaubere Zweikämpfe. Das beidseitige Halten, Stossen und Rempeln hatte zu selten einen Pfiff zur Folge. Kirchberg griff mit einem Mann mehr noch intensiver an, aber Goalie Tarik Plemenic hielt phänomenal – bis zur 72. Minute, als er beim Herauslaufen ausserhalb des Strafraums ein Foul beging. Weil auch er schon wegen Reklamierens verwarnt war, musste er vom Platz. Sein Ersatz Oliver Allemann war ebenfalls glänzend aufgelegt. Alleine in der 84. Minute wehrte er 4 Schüsse ab! So rannte Kirchberg mit zwei Mann mehr erfolglos an und es blieb beim 1:1.

Turbulenzen nur neben dem Platz

Am Ende war das Resultat nicht mehr so wichtig. Beide Teams beschäftigen sich bereits mit der Zukunft. Kirchberg verabschiedete Philippe Hofer, der kürzertreten will, und Yalcin Aksu, der zu Herzogenbuchsee wechselt. Damit konnte der grosse Aderlass, der vorübergehend gedroht hatte, vermieden werden. Als Präsident Gasche und Sportchef Aeschbacher etwas überraschend die Entlassung des Trainerduos Daniel Schoder / Hansres Brechbühler verkündet hatten, dachten gleich fünf der älteren Spieler an den Rücktritt. Mittlerweile sind Präsident und Sportchef zurückgetreten, Schoder und Brechbühler bleiben. Die Routiniers haben für ein weiteres Jahr zugesagt und bestreiten bereits ihre achte Saison. «Das ganze Problem entstand, weil ganz schlecht kommuniziert wurde», sagte Daniel Schoder, «jetzt wollen wir schauen, dass der Verein als Ganzes deswegen keinen Schaden nimmt.»

Buchsi fokussiert auf Cup-Final

Für Herzogenbuchsee stand bereits der Cupfinal gegen Konolfingen im Zentrum. Angeschlagene Spieler wurden geschont, um die Kräfte für den kommenden Sonntag (Anstoss 16 Uhr, gespielt wird in Burgdorf) zu sammeln. «Ich habe recht früh gemerkt, dass wir in der Meisterschaft nicht ganz mit den Besten mithalten können», erklärte Trainer Max Rüetschli. «Deshalb habe ich alles auf die Karte Cup gesetzt und bin sehr glücklich, dass wir dieses Ziel erreicht haben. Ich spüre eine richtige Aufbruchsstimmung in Buchsi, das stimmt mich für die nächste Saison optimistisch.»

Dazu tragen auch die Verstärkungen bei, die Rüetschli bereits vermelden kann: Der Luterbacher Trainer holt vom FC Luterbach den Stürmer Samuel Zayas und einen weiteren Spieler, der noch nicht genannt werden kann. Von Kirchberg kommt Yalcin Aksu und von Schötz David Sanchez.

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