Militärsport
160 Kilometer zu Fuss und trotzdem vergeht das Lächeln nicht

Am traditionsreichen Viertagemarsch in Holland nimmt stets auch eine Schweizer Delegation teil, darunter dieses Jahr drei Solothurner. Irene Thoma ist zum vierten Mal dabei. Während vier Tagen sind jeweils 40 Kilometer zu Fuss zu absolvieren.

Christoph Merki
Merken
Drucken
Teilen
Irene Thoma ist den Viertagemarsch zum vierten Mal gelaufen.

Irene Thoma ist den Viertagemarsch zum vierten Mal gelaufen.

Merki

Das Lächeln im Gesicht ist omnipräsent. Die gute Laune ebenfalls, ob frühmorgens beim Abmarsch, irgendwo auf der Route oder bei einem der zwei Verpflegungshalte während der jeweils täglichen 40 Kilometer. Es scheint, als ob die Strapazen an Irene Thoma aus Wiedlisbach abprallen würden. Vielmehr ist die Begeisterung zu spüren, erzählt sie von unterwegs. «Es hat überall auf der Strecke Kinder, die vor allem Gurkenstücke und Süssigkeiten anbieten, schon morgens um halb fünf», erzählt Thoma, «auch hat es überall Musik.» Es ist ihre vierte Teilnahme am Viertagemarsch im niederländischen Nijmegen. «Anfangs habe ich einfach mittrainiert, aber war nicht genug verrückt, den Marsch wirklich zu laufen», erzählt sie.

Die Vorbereitung ist nicht ohne: Mindestens 300 Kilometer und ein Zweitagesmarsch müssen die Schweizer Teilnehmer vorweisen können, damit sie als Teil der offiziellen Delegation der Schweizer Armee nach Nijmegen reisen dürfen. Ihre militärische Funktion als Truppenkoch und anschliessend Fourier ist dabei auch nicht stark mit Marschtraining gekoppelt. «Ich musste zuerst lernen zu laufen», erinnert sie sich.

Im internationalen Vergleich machen die Schweizer einen sehr guten Eindruck, sind meist sehr schnell unterwegs und leiden auch nicht so sichtbar wie beispielsweise die amerikanischen Soldaten. Dabei ist Brigadier Beat Eberle, als einer der wenigen hochrangigen aus den Gefilden der Generalität, ebenfalls die gesamten 160 Kilometer mitgelaufen – für die Schweiz ein Novum. Nebst der gruppeneigenen Betreuung auf der Strecke, sei die Unterstützung auch nach den Etappen wichtig. Dann kümmert man sich um die Fusspflege und die Behandlung von Blasen. «Wir sind ein Team und wollen alle durchbringen», erklärt Thoma.

Allerdings, von den gestarteten 174 Schweizern in Uniform kann schlussendlich jede und jeder als Finisher ausgezeichnet werden. Ein bisschen verrückt sei das Unterfangen von 160 Kilometern in vier Tagen schon, meint die Wiedlisbacherin und fügt lachend an: «Und als Frau muss man dabei sowieso noch mehr spinnen.» Dennoch, für sie bedeutet die Zeit in Nijmegen auch Ferien, geniesst die internationale Atmosphäre und die Kameradschaft. Sehr wahrscheinlich wird sie auch nächstes Jahr wieder dabei sein und strahlend die letzten Kilometer, die sogenannte «Via Gladiola», inmitten der abertausenden Schlachtenbummler geniessen.