Kommentar

Yule ist nun selbst zum Ausserirdischen geworden

Daniel Yule gewinnt die Rennen im Kopf.

Daniel Yule gewinnt die Rennen im Kopf.

52 Jahre nach Dumeng Giovanoli gewinnt mit Daniel Yule wieder ein Schweizer den Slalom in Kitzbühel. Das alleine zeigte, wie historisch Yules Leistungen in der Geschichte des Schweizer Skisports sind. Ein Kommentar.

Als Daniel Yule 2018 in Kitzbühel hinter Henrik Kristoffersen und Marcel Hirscher Rang drei belegte und zum ersten Mal in seiner Karriere im Weltcup auf das Podest steigen durfte, sagte er: "Henrik und Marcel fahren in einer anderen Welt." Yule war so etwas wie der erste Mensch hinter den Ausserirdischen. 

Jetzt, zwei Jahre später, ist er selbst einer dieser Ausnahmekönner. Drei Rennen hat er in dieser Saison schon gewonnen, darunter die Klassiker in Adelboden und Wengen. Es sind Erfolge, die in den vergangenen Jahren - natürlich auch begründet durch die Dominanz von Hirscher - nur wenigen vergönnt waren. 

Das sagt Yule zu seinem Triumph

Das sagt Yule zu seinem Triumph

Daniel Yule siegt im Slalom von Kitzbühel! Der Walliser setzt sich 12 Hundertstel von den Österreicher Marco Schwarz und sorgt so für den ersten Schweizer Sieg am Slalomhang von Kitzbühel seit über 50 Jahren. Für Yule ist es der dritte Sieg in dieser Saison.

Hirscher ist im Herbst zurückgetreten. Yules Erfolge aber nur darauf zurückzuführen, wäre falsch. Wie sehr er sich entwickelt hat, zeigt der Vergleich mit Kristoffersen, der ebenfalls lange über den anderen schwebte. Im Slalomweltcup liegt Yule nur noch hauchdünn hinter dem Norweger. Bei den Saisonsiegen liegt er mit 3:1 klar voraus.

In den Trainings selten schnell

Yule, im Wallis geboren, aber Sohn von britischen Eltern, zeichnet etwas aus, das nicht als schweizerisch gilt: unbändiger Ehrgeiz und die Fähigkeit, im Wettkampf zu wachsen. Er ist ein Gewinner-Typ, einer, der nur mit dem Besten zufrieden ist.

In den Trainings ist er selten der Schnellste. Aber dann, wenn alle zuschauen, wenn der Druck am grössten ist, fährt Yule am besten. Wenn es nichts zu gewinnen gibt, kann er sich schlechter motivieren. Sein Wille und seine mentale Stärke tragen in zum Sieg. Ausserirdisch gut.

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