Obwohl die Österreicher mit Marcel Hirscher den besten Slalomfahrer der vergangenen Jahre stellen, hat zumindest beim veranstaltenden Skiklub Kitzbühel die Abfahrt höchste Priorität. So sagte Präsident Michael Huber zum Programmwechsel: «Wir sind sicher, dass wir so eine tolle Abfahrt haben. Und am Samstag bei schlechtem Wetter kann man ja im Bett bleiben.»
Das hingegen wäre ein schlechter Entscheid.

Der Slalom am Ganslernhang bietet meist Spektakel. Und mit Daniel Yule fuhr im vergangenen Jahr ein Schweizer als Dritter auf das Podest. Der 25-Jährige ist in dieser Saison der bisher Stärkste im Swiss-Ski-Slalomteam. Nicht nur aufgrund seines Sieges kurz vor Weihnachten in Madonna di Campiglio. Nach Rang fünf vor einer Woche in Wengen, als ihm ein starker zweiter Durchgang gelang, sagte er: «Wenn mir wieder zwei solche Läufe gelingen, werde ich schon bald zurück auf dem Podest sein.»

Hirscher im Mittelpunkt

Ebenfalls schon auf dem Podest, allerdings in einem City Event, war Ramon Zenhäusern. Der Olympia-Zweite im Slalom von 2018 ist aber auch in dieser Disziplin auf Kurs. Obwohl ihn ein Bänderiss im Daumen zu einer Operation zwang, stiess er in Adelboden auf Rang fünf vor. Der Ausfall zuletzt in Wengen war zwar ärgerlich. In Kitzbühel will er trotzdem angreifen.
Das sollte auch Loïc Meillard tun. Seit Rang zwei im Dezember fährt er im Slalom etwas zu verkrampft. Die Lockerheit ist dem grossen Talent etwas abhandengekommen. Da hilft es vielleicht, dass anders als in Adelboden und Wengen die Schweizer hier in Kitzbühel weniger im Fokus stehen.

Im Mittelpunkt des Interesses wird natürlich Marcel Hirscher stehen. Und dass der Slalom doch nicht nur Lückenfüller ist, zeigt der Blick auf das Preisgeld. Sowohl in der Abfahrt wie auch im Slalom werden jeweils 200 000 Euro verteilt. Spannend wird auch sein, wie viele Zuschauer kommen. Findet die Abfahrt wie gewohnt am Samstag statt, weisen die Organisatoren 50 000 Zuschauer aus. Gestern Freitag waren es nur die Hälfte.