Die Veranstalter der nordischen Weltcup-Wochenenden in der Schweiz sehen sich mit einer internen Konkurrenzsituation konfrontiert. Statt von Davos nach Engelberg einen schönen, wochenlangen Bogen zu schlagen und die beiden vierfachen Olympiasieger einen nach dem anderen zu präsentieren, stehen der Bündner und der Toggenburger praktisch gleichzeitig auf Schweizer Boden im Einsatz.

La Clusaz am Ursprung

Am Ursprung dieser unerfreulichen Situation steht Frankreich. La Clusaz musste seinen Anlass aus finanziellen Gründen dem Weltverband FIS zurückgeben. Beitostölen in Norwegen übernahm. Weil die FIS die Athleten nicht von Lillehammer nach Davos und anschliessend wieder zurück in den Norden schicken wollte, bot Swiss-Ski Hand, um Davos mit Beitostölen zu tauschen. Die Bündner sind also eine Woche später dran als üblich und somit gleichzeitig mit den Innerschweizern.

"Swiss-Ski ist nicht glücklich, das Fernsehen ist nicht glücklich und die VIP sind auch nicht glücklich", sagte der Schweizer Langlauf-Chef Hippolyt Kempf, der in den Abtausch involviert war. "Aber am Ende des Tages war ich nicht dagegen."

Der Olympiasieger von 1988 führt nicht nur das Wohl der Athleten, die in diesen Wochen unbedingt Wettkämpfe bestreiten wollen, als Begründung an. Das Gerangel der Veranstalter um die Weltcup-Plätze ist gross, viele wollen sich ein Stück vom Kuchen abschneiden. Diesbezüglich gibt es für die hiesigen Destinationen keinen Grund zum Klagen. "In den vergangenen Jahren zählte die Schweiz zu den Siegern", betonte Kempf. Mit Lenzerheide oder dem Val Müstair gibt es auch einen Bündner Organisator in der Tour de Ski. Andere Nationen würden die Schweiz darob beneiden.

Eins und eins ergibt manchmal drei, Langlauf und Skispringen könnten sich ergänzen und zu einem Schweizer Knaller-Wochenende mutieren. Kempf verneint diesen Effekt: "Die Zuschauer können sich nicht teilen, die VIP und die Journalisten auch nicht. Wir haben mit Davos und Engelberg ein 'Entweder Oder' und nicht ein 'Alles'." Auch die TV-Zuschauer würden wohl eine Wahl treffen und nicht im Sessel sitzen bleiben.

Kein Mehraufwand

Ohne TV-Stationen, die Bilder produzieren und einen Sendeplatz anbieten, läuft in den wichtigen Weltcup-Disziplinen gar nichts. Selbstredend sass auch die SRG beim Abtausch am Tisch. Sie hätten deswegen keinen Mehraufwand, hiess es aus Zürich. Die Projektleitung liegt wie schon seit Jahren für Davos bei SRF Sport, für Engelberg bei RSI Sport. Parallele Produktionen seien 'Business as usual', zudem wisse man seit Mai Bescheid.