Ski WM

Lara, freue dich doch

Lara Guts Reaktion nach der Zieleinfahrt. Anstatt sich über die zweitbeste Zwischenzeit zu freuen, ärgerte sie sich schon über ihren Fehler in der Abfahrt.

Lara Guts Reaktion nach der Zieleinfahrt. Anstatt sich über die zweitbeste Zwischenzeit zu freuen, ärgerte sie sich schon über ihren Fehler in der Abfahrt.

Die gesamte Schweizer Skination freut sich über die erste Medaille für die Schweiz an der Ski WM in Beaver Creek. Doch die ehrgeizige Tessinerin kann ihren Frust über die vergebene Goldmedaille nicht verbergen.

An den Olympischen Spielen im letzten Winter in Sotschi weinte Lara Gut nach Bronze in der Abfahrt Tränen der Enttäuschung. Auch gestern hielt sich die Euphorie nach Rang drei in der WMAbfahrt in Grenzen. Zwar sagte die 23-Jährige, dass Bronze toll sei, doch der Körper sprach eine andere Sprache.

Fast will man ihr sagen: Lara, freue dich doch. Schliesslich hast du wie schon vor zwei Jahren den Nuller der Schweiz im Medaillenspiegel verhindert. Die Erleichterung im ganzen Team ist gross. Die WM ist für die Schweiz lanciert.

Doch man sollte Lara Gut verstehen. Der Ehrgeiz der Tessinerin ist gross. Sehr gross sogar. Und sie weiss: Auf der WM-Piste wäre gestern mehr möglich gewesen. Wie schon in Sotschi. Gestern war es ein Fehler, der ihren Traum von der Goldmedaille zerstörte. Dreimal hatte Gut an Weltmeisterschaften zuvor schon Silber gewonnen. 2009 in der Abfahrt und in der Superkombination und 2013 im Super-G. Hinzu kommt die Bronzemedaille von Sotschi. Nur Gold fehlt ihr weiterhin. Darum konnte sie sich nicht richtig freuen.

Einerseits könnte man Lara Gut jetzt eine gewisse Arroganz vorwerfen. Selbst Lindsey Vonn, die in der Abfahrt leer ausging, freute sich als Topfavoritin über Bronze im Super-G. Doch am Dienstag waren die Verhältnisse anders als gestern. Der Wind machte das Rennen unberechenbar. Nicht alle Athletinnen hatten die gleichen Bedingnungen. Darum ärgerte ein dritter Platz weniger. Weil er von äusseren Einflüssen beeinflusst wurde.

Es war allerdings nicht das Wetter, das bei Gut eine Goldfahrt verhinderte, sondern sie selbst mit ihrem Fehler. Darum der Ärger. Nun muss sie wieder mindestens zwei Jahre warten auf die nächste Chance auf den Sieg an einem Grossanlass in der Abfahrt oder im Super-G. Glücklich macht sie das nicht.

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