Skispringen
Kein Rücktritt: Simon Ammann fliegt auch im kommenden Winter

Simon Amman fliegt auch im kommenden Winter über die Schanzen. Der vierfache Olympiasieger entschied sich gegen einen Rücktritt. Er spüre, dass der Zeitpunkt für einen Rücktritt noch nicht gekommen sei, liess Ammann per Communiqué verlauten.

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Simon Ammann am Skispringen in Falun (Februar 2014).

Simon Ammann am Skispringen in Falun (Februar 2014).

Keystone

Skispringen sei seine grosse Leidenschaft. Er spüre, dass der Zeitpunkt für einen Rücktritt noch nicht gekommen sei, liess Ammann per Communiqué verlauten. Seinen persönlichen Entscheid teilte der Toggenburger am vergangenen Wochenende während den Skiflug-WM in Harrachov (Tsch) dem Team mit, nun wurde er publik. Ammanns Entschluss, die Skilatten nicht in Ecke zu stellen, hatte sich in den letzten Wochen abgezeichnet. Noch unmittelbar nach der Enttäuschung von Sotschi war der Presseraum im House of Switzerland zum Bersten voll gewesen, weil einige Beobachter die Bekanntgabe des sofortigen Rücktritts vermutet hatten.

Der Toggenburger springt immer noch in der Weltspitze mit, dies hat den positiven Entscheid begünstigt. Vor dem Saisonfinale in Planica belegt der 32-Jährige im Gesamt-Weltcup Rang 7. Seinen Top-Ten-Status hat er sich unter anderem mit fünf Podestplätzen in diesem Winter erarbeitet. Aus den Erfolgen dieser Saison ragt der Sieg beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf heraus. Der Gesamtsieg in dieser Prestigeserie bildet noch die einzige Lücke im Palmarès des weltweit bekannten Flugkünstlers.

Die Olympischen Spiele in Sotschi missrieten Ammann gründlich. Gleichwohl sind die Erkenntnisse im Materialbereich vielversprechend. "Deshalb verspüre ich grosse Motivation weiterzuspringen." Wichtig für den Entscheid war für Ammann, dass er mit seinem bisherigen Team weiterarbeiten kann: "Wir haben ein extrem grosses Know-how in unserem Kernteam, welches mich grossartig unterstützt und dem ich vertraue. Diese Rahmenbedingungen brauche ich, um Erfolg zu haben", betonte er in der Medienmitteilung. Der Bündner Berni Schödler, Ammanns früherer Trainer und jetziger Disziplinenchef bei Swiss-Ski, freut sich über Ammanns Entscheid: "Er ist ein einmaliger Botschafter für das Skispringen in der Schweiz.".

Der erfolgreichste Schweizer Olympionike setzte somit den Spekulationen (vorerst) eine Ende. Vor drei Jahren, als er sich an einem ähnlichen Punkt befunden hatte, war sein Entscheid erst in den Ferien nach dem strengen Winter gefallen. Im November 2013 hatte Ammann erstmals selbst die Möglichkeit einer Abschiedssaison ins Spiel gebracht. "Kann ich es diesen Winter so geniessen, wie ich es in einem letzten Jahr machen will? Vielleicht ist in den nächsten Monaten der Druck so gross, dass ich besser ein Extrajahr anhänge", hatte er im November in einem Interview gesagt. Abschied nehmen sei ein bewusster Prozess.

Die Diskussionen über einen möglichen Abgang dürften in Zukunft ein weiteres Mal geführt werden. Ammann nennt im Communiqué kein konkretes Datum für seinen Rücktritt. Schödler findet dies auch die einzig richtige Variante. "Entweder gibt ein Spitzensportler Gas oder hört auf." Nur noch halbwegs bei der Sache zu sein, um Adieu zu sagen, funktioniere nicht. "Simon macht engagiert weiter und irgendwann wird dann fertig sein."

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