Dürr hatte mit Informationen die Aufdeckung überhaupt erst ermöglicht. Der Grund für die Festnahme und das anschliessende Verhör durch die Staatsanwaltschaft Innsbruck ist indessen noch nicht bekannt. Dürrs Anwalt Michael Lehner zeigte sich überrascht und sagte: "Wir haben Johannes Dürr viel zu verdanken und werden ihm noch viel zu verdanken haben."

Der 31-jährige ehemalige Weltklasse-Athlet Dürr, der seinerseits an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi des Dopings überführt und danach gesperrt worden war, hatte mit seinen Aussagen in der ARD-Dokumentation "Die Gier nach Gold - Der Weg in die Dopingfalle" und dem Eigenblut-Geständnis zur Aufdeckung des kriminellen Netzwerkes um den Sportarzt Mark S. und einer Reihe von Kunden beigetragen.

Das österreichische Bundeskriminalamt erwartet, dass dies längst nicht das Ende ist. "Ich bin überzeugt, dass es weitere Beschuldigte geben wird", sagte der Leitende Ermittler Dieter Csefan der Nachrichtenagentur APA. Er schliesst nicht aus, dass weitere Athleten Blutdoping gestehen werden, "weil sie mit einer Selbstanzeige verhindern, dass sie eingesperrt werden. Die Verdunklungsgefahr als Haftgrund fällt weg."