Ski-WM-Kolumne
Einblick in den Alltag der Ski-WM-Journalisten: Schaufel vor Leben

Drei Journalisten wohnen während der Ski-WM gemeinsam in einer Wohnung in Cortina d'Ampezzo. In dieser Kolumne gibt es Einblicke in das Leben der Wohngemeinschaft. Heute: Ferrari sollte Bagger bauen.

Martin Probst
Martin Probst
Merken
Drucken
Teilen
Traumberuf in Cortina? Vermutlich Bagger-Faher.

Traumberuf in Cortina? Vermutlich Bagger-Faher.

zvg

Der Traumberuf in Cortina? Vermutlich Bagger-Fahrer. Zumindest hat hier fast jeder Vorplatz und jede Einfahrt seinen eigenen fleissigen Helfer, der im Bagger mit Schaufel alles vom Schnee befreit. Während bei uns in
der Schweiz der Winterdienst öfters mal Ausfahrten ver­barrikadiert – manchmal mit schelmischer Freude, wie wir aus zuverlässiger Quelle wissen, wenn der Bünzli mal wieder zum Schweizer Wut­bürger wird –, liebt der Italiener Vorplätze. Und seinen Bagger.

In stoischer Ruhe überfahren die Baggerfahrer fast die Be­sucher, wenn die ihnen im Weg stehen. Soll doch der Ausländer hin, wo er will, auch wenn er hier eigentlich zum Arbeiten ist. Aber jetzt wird gebaggert. Quasi Schaufel vor Leben. Froh sind alle, die trotz Maske im Gesicht rennen können.

Aber wir geben es zu. Wir übertreiben ein bisschen. Der Baggerfahrer in Cortina schaut schon, ob man genug schnell rennen kann. Erst dann gibt er Gas. Fast wie die Fahrer der Büschen, die Journalisten hinauf zum Ziel fahren. Die blochen, als gäbe es den Bergpreis zu gewinnen. Dabei weiss doch jeder, dass der bei der Tour de France einen höheren Stellenwert hat als beim Giro d’Italia.

Aber vielleicht tut es den Italienern auch einfach im Herzen weh, dass Ferrari in der Formel 1 schon lange nicht mehr überzeugt. Vielleicht sollten sie in Maranello künftig einfach Bagger herstellen. Der Erfolg käme bestimmt zurück.