Ski-WM
Ein Wackelkandidat als Retter der Schweizer Slalom-Ehre

Im WM-Slalom bleiben die Schweizer ohne Medaille – doch Daniel Yule setzt mit Rang fünf ein Lebenszeichen. Er sagt: «Ich weiss, Rang fünf an der WM interessiert ausser mich niemanden.»

Martin Probst
Merken
Drucken
Teilen
Daniel Yule reagiert nach dem Slalom.

Daniel Yule reagiert nach dem Slalom.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Es war keine einfache Zeit für Daniel Yule. Der 28-Jährige hat die Diskussionen durchaus mitbekommen, ob er einen Startplatz im WM-Team überhaupt verdient habe. Ausgerechnet er, der im vergangenen Winter noch der klare Leader einer starken Schweizer Slalommannschaft war.

Doch diese Saison verlief gar nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Statt weitere Erfolge zu feiern, rutschte Yule in eine Krise. Und weil gleich sechs Schweizer die Kriterien für den WM-Start im Slalom erfüllten, wurde er plötzlich zum Wackelkandidaten. «Das war nicht einfach», sagt er.

Ein Auftritt, der Vertrauen gibt

Cheftrainer Tom Stauffer entschied, Daniel Yule fahren zu lassen. Sein Potenzial und seine Erfahrung sprachen für ihn. Und Yule bedankte sich für das Vertrauen. Im WM-Rennen war er der beste Schweizer. «Ich weiss, ein fünfter Platz interessiert an einer WM niemanden», sagt er. «Ausser mich selbst.» Für ihn war es der Beweis, dass der Weg stimmt, dass er wieder mit den Besten mithalten kann. «Das gibt mir Vertrauen für den Rest der Saison.»

Die weiteren Schweizer enttäuschten. Mit Loïc Meillard und Luca Aerni schieden zwei schon im ersten Lauf aus. Damit setzte sich eine Negativserie auf Seite der Schweizer Männer fort. Im Super-G und in der Kombination gab es je zwei Schweizer Aus­fälle, im Riesenslalom sogar drei und nun erneut zwei. Damit sind die Schweizer die Ausfallkönige dieser WM. Zumindest, wenn man sie mit den Topnationen vergleicht.

Eine ungewohnte Reihenfolge

Ramon Zenhäusern, der zweite Schweizer im Ziel des Slaloms, machte im zweiten Lauf zehn Plätze gut und wurde so noch Elfter. Von einer guten Piste konnte er allerdings nicht profitieren. Der internationale Skiverband hatte aufgrund der zu warmen Temperaturen entschieden, zuerst die Top 15 des ersten Laufs in Durchgang zwei starten zu lassen. Normalerweise dürfen die besten 30 in umgekehrter Reihenfolge starten.

Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag.

Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Weltmeister wurde der Norweger Sebastian Foss-Solevåg. Er war 21 Hundertstel schneller als der Österreicher Adrian Pertl. Bronze ging an den Norweger Henrik Kristoffersen.