Super League

Sicherheitschef: Spiel stand in der ersten Halbzeit vor dem Abbruch

«Wir hatten die Situation im Griff» sagt Leo Locher, Sicherheits-Chef.

«Wir hatten die Situation im Griff» sagt Leo Locher, Sicherheits-Chef.

Beim Spiel zwischen dem FC Aarau und dem FCB wurden kurzfristig 500 zusätzliche Basel-Fans ins Stadion gelassen. «Die Sicherheit wurde dadurch erhöht», so der Verantwortliche Leo Locher. Ob die Basel-Krawalle Konsequenzen haben, steht noch aus.

Szenen wie im Wilden Westen: Nach dem Spiel zwischen dem FC Aarau und dem FC Basel stürmen die Basler Fans das Spielfeld und prügeln sich mit Aarauer Anhängern.

Mit Fahnenstangen wurden die Aarau-Fans geschlagen, welche sich bis zu diesem Zeitpunkt ruhig verhalten hatten.

«Von Seiten der Basler kann man von einem gezielten Angriff sprechen. Die Aarau-Fans haben das Spielfeld nicht betreten und sich erst gewehrt, als sie von den FCB-Chaoten attackiert wurden - das beweisen die Bilder», sagt Leo Locher Sicherheitsverantwortliche für das gestrige Spiel im Brügglifeld.

Man habe mit den Aarau-Fans vereinbart, dass sie sich nicht provozieren lassen sollten. Sie hätten sich vorbildlich verhalten, so Locher.

Gummischrot gegen Krawallbrüder

Die Polizei reagierte daraufhin mit dem Einsatz von Gummischrot, um die Fanmasse zurück zu drängen. «Nicht zu spät, wie einige behaupten. Es ist eine Herausforderung dies schnell zu koordinieren.»

Gemäss Locher stand die Partie bereits in der ersten Halbzeit vor einem Spielabbruch, als Torhüter und Linienrichter mit Gegenständen beworfen wurden. «Da mussten wir schnell reagieren. Die Chaoten versuchten den Zaun runter zu drücken. Gemeinsam mit den Begleitern des FC Basel konnten wir die Situation entschärfen.»

FC Basel-Fans stürmen das Feld.

FC Basel-Fans stürmen das Feld.

Gästesektor um 500 aufgestockt

«Die Muttenzerkurve forderte auf ihrer Homepage die Fans auf, ob mit oder ohne Ticket, nach Aarau zu reisen - das machte es uns natürlich noch schwieriger», so Locher. Deswegen entschieden die Kantonspolizei, die Verantwortlichen des FC Aarau und FC Basel sowie die Liga-Vertreter gemeinsam, den Fanblock um 500 Plätze zu erweitern.

«Die Sicherheitskommission der Super League hat den zusätzlichen eingerichteten Gästesektor abgenommen und die Sicherheitsvorkehrungen als ausreichend beurteilt», so Locher. «Hätte man das nicht gemacht, wäre mit einem zusätzlichen Gefahrenpotential ausserhalb des Stadions zu rechnen gewesen», verteidigt Locher die kurzfristige Aktion.

Während des ganzen Spiels hat die Liga eine Sicherheitsinspektion durchgeführt und auch der Chef der Sicherheitskommission des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) war vor Ort. Ob die Krawalle Konsequenzen für den FC Basel haben werden, mochte Locher nicht beurteilen.  «Das Resultat liegt noch nicht vor. Eine erste Beurteilung sollte am Freitagnachmittag vorliegen.»

Das letzte Mal für Locher

Für Leo Locher war es das letzte Mal, dass er im Aarauer Brügglifeld für die Sicherheit zuständig war. Trotz der Ausschreitungen ist er mit seinem letzten Arbeitstag zufrieden: «Wir haben gut zusammengearbeitet und auch die Medien haben sich gut verhalten. Ich bin aber enttäuscht vom FC Basel.»

Würd es nach ihm gehen, würde die diesjährige Meisterfeier auf dem Barfüsserplatz in Basel nicht durchgeführt werden. «Anders geht es ja nicht. Das Geld spielt dem FCB keine Rolle. Mit einer Meisterfeier unterstützt man das Verhalten der Fans auch noch», so Locher, der weiterhin für die Sicherheit an den NLB-Eishockeyspielen des SC Langenthal sorgen wird.

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