Schwingen

Schnellarbeiter Joel Wicki triumphiert auf dem Stoos

Joel Wick legt im Schlussgang auch Sven Schurtenberger auf den Rücken, es ist sein sechster Sieg im sechsten Kampf.

Joel Wick legt im Schlussgang auch Sven Schurtenberger auf den Rücken, es ist sein sechster Sieg im sechsten Kampf.

Mit einer eindrücklichen Machtdemonstration feierte Joel Wicki auf dem Stoos seinen zehnten Kranzfestsieg – auch zwei Nordwestschweizer Schwinger überzeugten am Bergfest und holten den Kranz.

Sechs Gänge, sechs Siege: Dem Innerschweizer Joel Wicki gelingt auf dem Stoos ein perfekter Wettkampf. Für keinen der sechs Gegner benötigt er mehr als eine Minute. Was für eine Demonstration seiner Stärke.

Der Schlüssel zum Erfolg waren einmal mehr Wickis vielseitige Technik und seine Bereitschaft, Risiken einzugehen. Wegweisend für ihn waren die Erfolge gegen die Eidgenossen Andreas Ulrich und Andi Imhof. In beiden Duellen führten die explosiven Kurzangriffe des Sörenbergers zum Ziel und diesen in den Schlussgang.

Und dieser wurde eine reine Luzerner Angelegenheit, weil sich auch Sven Schurtenberger für die finale Ausmarchung um den Tagessieg aufgedrängt hatte. Dies, obwohl er im Verlauf des Tages eine klare Niederlage gegen den starken Aargauer Nick Alpiger einstecken musste, der im Kampf um die Schlussgangteilnahme erst im fünften Gang von Marcel Bieri gestoppt wurde. Der gestellte Gang raubte dem Leader der Nordwestschweizer zwar den Traum vom Sieg, auf dem Weg zum Bergkranz, dem bereits neunten von Alpiger, liess sich der 22-Jährige aber nicht mehr stoppen.

Zuletzt oft im Schatten

Der Schlussgang wurde nach einem regnerischen Tag im Nebel ausgetragen und nicht alle Zuschauer hatten Sicht auf den Sägemehlring. Und auch im letzten Kampf des Tages machte Wicki kurzen Prozess. Bereits nach 53 Sekunden legte er Schurtenberger mit einem kraftvollen Kurzzug platt ins nasse Sägemehl. Damit wiederholte Wicki den Stoos-Sieg von 2017.
Gleichzeitig feierte der Baumaschinenmechaniker seinen zehnten Kranzfestsieg und den 40. Kranzgewinn in seiner bisherigen Karriere.

Nach dem Wettkampf war Wicki die Erleichterung anzusehen, hatte er im Kampf um Festsiege doch zuletzt oft gegen den Saisondominator Pirmin Reichmuth das Nachsehen, der das Bergfest auf dem Stoos auf Rang zwei beendete.

«Es ist schon erstaunlich, dass ich nach einer langen Wettkampfphase alle sechs Gegner besiegen konnte», sagte Wicki. «Zum Glück gelang mir bereits der Start ausgezeichnet. Im Schlussgang suchte ich sofort die Entscheidung.» Jetzt wird Wicki bis zum Innerschweizer Schwingfest eine dreiwöchige Wettkampfpause einschalten, um etwas herunterfahren zu können. Der Formstand stimme und er werde die Mission Eidgenössisches in Zug pickelhart weiterverfolgen.

Schurtenberger zeigte trotz Niederlage im Schlussgang ein gutes Fest. Nach einem optimalen Beginn tauchte er zwar gegen Nick Alpiger unerwartet schnell ins Sägemehl. Dennoch erreichte er zum vierten Mal in dieser Saison einen Schlussgang, konnte daraus aber wiederum keinen Profit schlagen. Seine Enttäuschung war gross. Ohne Worte verliess er den Wettkampfplatz.

Reichmuth fehlte der Killerinstinkt

Nach den drei Kranzfestsiegen am Zuger, Urner und Luzerner Kantonalen lief für Saisondominator Reichmuth auf dem Stoos nicht alles nach Wunsch. Bereits nach drei Gängen und noch vor der Mittagspause fiel der Zuger mit den beiden Unentschieden gegen Alpiger und Marcel Mathis aus der Entscheidung um die Schlussgangteilnahme. «Es fehlte mir etwas der Killerinstinkt. Und die Chancenauswertung war auch nicht optimal», sagte der Student, der auf dem Weg zu Rang zwei viermal gegen einen Eidgenossen ins Sägemehl steigen musste. Neben Alpiger und Mathis hatte er auch Mike Müllestein und Patrick Räbmatter auf dem Notenblatt.  Beide Duelle konnte Reichmuth gewinnen.

Für Räbmatter, der zweite Nordwestschweizer, der den Stoss mit einem Kranz verlies, war es zwar die zweite Niederlage des Tages. Dank vier Siegen reichte es dem 27-jährigen Aargauer trotzdem zum sechsten Eichenlaubgewinn an einem Bergfest in seiner Karriere.

Im achten Schlussrang, der gerade nicht mehr zum Kranzgewinn reichte, klassierten sich zudem gleich vier Schwinger aus der Nordwestschweiz, was zeigt, dass der Verband auf dem Weg ans Eidgenössische im Fahrplan ist: die Aargauer Aron Rüegger, Reto Leuthard und Andreas Döbeli und der Solothurner Marcel Kropf zeigten, dass ihre Form ebenfalls stimmt.

Das erste Bergfest der Saison blieb aber trotzdem in der Hand der Innerschweizer. Einigen Favoriten gelang nicht alles nach Wunsch. Von den fünfzehn Kränzen gewannen die Nordwestschweizer zwei und die Berner, deren Topschwinger fehlten, gar nur einen.

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