Roger Federer, Sie starteten ohne grosse Erwartungen in die French Open. Nun stehen Sie in den Halbfinals, was ist das für ein Gefühl? 

Zunächst bin ich sehr glücklich, wieder in den Halbfinals eines Grand-Slam-Turniers zu stehen. Das ist mir im letzten Jahr ja nicht gelungen, in dem ich ein paar harte Niederlagen in der vierten Runde und in Viertelfinals hatte. Insofern habe ich meine Erwartungen bereits übertroffen. Nachdem ich die letzten drei Jahre die French Open nicht gespielt habe, ist das ein grossartiges Gefühl. Es war ein spezielles Spiel gegen Stan, den ich so gut kenne, und er mich. Dazu kam die Regenunterbrechung, das machte es super interessant. Aber ich habe die Nerven behalten. Ich habe nun das Spiel gegen Rafa, das ich wollte. Ich bin sehr aufgeregt und hoffe, ich kann mich gut erholen, wovon ich überzeugt bin. 

Sie haben letztmals 2009 und insgesamt nur zwei Mal gegen Rafael Nadal auf Sand gewonnen. Wie gehen Sie dieses Spiel an? 

Es gibt immer eine Chance. Natürlich wird es schwierig, aber man weiss nie. Vielleicht hat er ein Problem. Vielleicht ist erkrank. Oder du spielst grossartig, und er nicht. Vielleicht windet es unglaublich stark, oder es regnet. Es war nicht so einfach, überhaupt so weit zu kommen. Ich musste fünf Matches gewinnen. Darum bin ich glücklich, kann ich gegen ihn spielen. Denn wenn du auf Sand etwas erreichen willst, spielst du früher oder später gegen Rafa. Ich wusste, dass ich hoffentlich irgendwann auf ihn treffen, wenn ich auf Sand spiele. Hätte ich ihm aus dem Weg gehen wollen, hätte ich gar nicht erst auf Sand spielen müssen. 

Sie spielten nun gegen fünf Rechtshänder. Wie bereiten Sie sich nun auf den Halbfinal gegen einen Linkshänder vor?

Gegen einen Linkshänder fühlt es sich niemals natürlich an, aber ich habe nun zwei Tage, um mich mit spezifischem Training darauf vorzubereiten. Auf die Aufschläge, auf die Rotation des Balles. Es gilt, nun keine Zeit zu verschwenden. Gegen Rafa muss man furchtlos  spielen, die Bälle früh nehmen. Das werde ich versuchen. Gegen einen Linkshänder ist es ein ganz anderes Spiel. Früher hasste ich es, jetzt liebe ich es. Denn es ist eine grosse Herausforderung. Und Nadal ist der Beste, auf den ich je getroffen bin.

Sie haben zuletzt fünf Mal gegen Nadal gewonnen, spielten dabei offensives Tennis und waren dabei oft am Netz. Denken Sie, das hilft Ihnen auch auf Sand? 

Ich glaube nicht, dass ich ihn zum Nachdenken bringen kann, wenn ich ans Netz stürme. Es ist eher in seinem Schläger. Rafa ist der Beste auf Sand, das hat er oft bewiesen. Mir war immer klar, dass er hier nicht sang- und klanglos in der dritten Runde verlieren würde, auch wenn er in Monte Carlo, Barcelona und Madrid früher verlor. Ich muss gut servieren, denn wenn ich das nicht mache, bin ich dauernd unter Druck, zumal er selber besser serviert als zu Beginn seiner Karriere. Ich werde einen Plan haben und versuche, diesen rigoros zu verfolgen.