Relegation
Thun ausgeschaltet: Aber diesen FC Sion werden wir wohl bald wieder in der Barrage sehen - wenn es gut läuft

2:3 verlieren die Walliser das Rückspiel gegen den FC Thun. Trotzdem reicht es zum Klassenerhalt. Die Berner Oberländer indes scheitern zum zweiten Mal in Serie in der Barrage.

François Schmid-Bechtel
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Die Sion-Fans feiern vor dem Tourbillon ihre Nichtabstiegs-Helden.

Die Sion-Fans feiern vor dem Tourbillon ihre Nichtabstiegs-Helden.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

2:3 verliert der FC Sion das Barrage-Rückspiel gegen den FC Thun. Dank des 4:1 am Donnerstag auswärts im Berner Oberland behalten die Walliser aber ihren Platz in der Super League. Kommt jetzt alles gut beim Klub des exzentrischen Christian Constantin? Zweifel sind berechtigt.

Blicken wir zurück. Nach knapp Zweidritteln der Saison macht Constantin, was er häufig tut: Er drückt die Reset-Taste. Der italienische Weltmeister von 2006, Fabio Grosso, muss gehen. Marco Walker, bislang ohne Cheftrainer-Erfahrung im Profifussball, übernimmt.

Vaduz, der einzige Konkurrent im Abstiegskampf, ist zu diesem Zeitpunkt gleich auf. Nach der 28. Runde und dem 0:3 im Fürstentum sind die Walliser mit sechs Punkten Rückstand Letzter. Das Ding scheint gelaufen, der erste Abstieg seit 1999 kaum zu verhindern.

Aber Walker dreht an den richtigen Schrauben. Er holt Hoarau, Tosetti und Torhüter Fickentscher aus Grossos Mottenkiste. Et voilà! Sion funktioniert, schafft das Wunder und rettet sich in die Barrage.

Thuns Traume und Constantins Träume

Wieder in der Barrage gescheitert: Thun-Trainer Carlos Bernegger richtet seine Spieler auf.

Wieder in der Barrage gescheitert: Thun-Trainer Carlos Bernegger richtet seine Spieler auf.

Marc Schumacher / freshfocus

Das Gesamtscore von 6:4 suggeriert eine ziemliche Überlegenheit der Walliser. Aber dem ist nicht so. Die Thuner, die schon in der letzten Saison in der Barrage (gegen Vaduz) scheiterten, waren über beide Spiele ebenbürtig. Einzige Unzulänglichkeit: die Effizienz.

So auch im Rückspiel. Nach Dzonlagic’ (3.) frühem 1:0 müsste Chihadeh (27.) auf 2:0 erhöhen. Doch der Palästinenser scheitert. Kurz darauf trifft Tupta zum 1:1. Und es ist wieder Tupta, der unmittelbar vor der Pause eine Antwort auf Schmidts 1:2 hat.

Ziemlich beste Freunde, zumindest für den Moment: Sion-Präsident Christian Constantin (Mitte), Trainer Marco Walker (rechts) und Assistenztrainer Amar Boumilat.

Ziemlich beste Freunde, zumindest für den Moment: Sion-Präsident Christian Constantin (Mitte), Trainer Marco Walker (rechts) und Assistenztrainer Amar Boumilat.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Wahrscheinlich kann Walker den Retter-Bonus in einen Vertrag für nächste Saison umwandeln. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass er als Sion-Trainer die Saison beenden wird. Was weniger an seinen Qualifikationen liegt, sondern an der Konzeptlosigkeit Constantins. Denn die Teams, die er mit seinem Sohn Barthelemy zusammenstellt, sind nicht trainierbar. Deshalb dürfte es wohl bald ein Wiedersehen in der Barrage geben, falls es für Sion gut läuft.

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