Nur eine Siegesserie kann den HC Luzern vor dem Abstieg retten

Eishockey-Erstligist HC Luzern steht massiv unter Druck. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt bereits zehn Punkte.

Michael Wyss
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Gregory Keller, Goalie HC Luzern.

Gregory Keller, Goalie HC Luzern.

Michael Wyss

Nach zuletzt vielversprechenden Auftritten mit dem Punktgewinn im letzten Qualifikationsspiel gegen Wil (2:3-Niederlage nach Verlängerung) reisten die Luzerner unter Trainer Peter Weber (59) voller Zuversicht nach Aarau. Der Auftakt in die Qualifikation der Masterround mit dem Duell gegen die Argovia Stars, einem Playoff-Anwärter, stand auf dem Programm. «Die Aufwärtstendenz ist erkennbar, wir können mit den Topteams mithalten und kassieren nicht mehr viele Gegentreffer», war auch Luzerns Sportchef Laurent Scheiwiler (68) vor dem Spiel optimistisch gestimmt.

Letztlich blieben aber erhoffte Punkte im Kampf um den Ligaerhalt Fehlanzeige, weil der HCL wieder Schwächephasen aufwies. Auch wenn nur kurz Aussetzer auszumachen waren, wird das in der 1. Liga bitter bestraft. Reto Burkart (34, Captain): «Wir strafen uns immer wieder mit individuellen Fehlern. Wir müssen noch mehr Abschlüsse suchen und im Slot die blauen Flecken holen. Es benötigt einfach noch mehr Einsatz in der gegnerischen Zone. Positiv war, dass wir das dritte Drittel mit 2:0 gewinnen konnten und Charakter zeigten.» Enttäuschend war die Leistung im mittleren Abschnitt, der klar mit 3:0 an den Gastgeber ging. Das erste und letzte Drittel war positiv zu werten, Luzern konnte mithalten, durfte sich aber auch auf einen starken Gregory Keller im Kasten verlassen, der während der Druckphase der Argovia Stars immer wieder mit sehenswerten Paraden glänzte. Keller (26): «Einmal mehr standen wir Punkten nahe. Es sind immer wieder Unkonzentriertheiten, die uns um den Lohn bringen. Das ist schon frustrierend, denn wir sind ja nicht weit weg von den Teams.»

Zwei Heimspiele werden zum Überlebenskampf

Scheiwiler: «Es wird nun sehr schwierig, dessen sind wir uns bewusst. Zehn Punkte sind eine hohe Hypothek auf den Konkurrenten Prättigau-Herrschaft. Uns bleiben noch zehn Partien, um die rote Laterne abzugeben.» Mit anderen Worten muss der HC Luzern diese Woche gegen Rheintal (Mittwoch 20.00, Eiszentrum) und Prättigau-Herrschaft (Samstag 17.30, Eiszentrum), welches zuletzt mit dem 5:2-Sieg bei Herisau überraschte, zwei Siege einfahren. Keller: «Wenn wir die Chance noch packen wollen, müssen wir nun eine Siegesserie starten. Wir lassen uns aber nicht entmutigen und kämpfen weiter. Die Tabelle müssen wir jetzt einfach ausblenden und nur noch von Spiel zu Spiel schauen.»

Noch bleiben vier Spiele in der Qualifikation-Masterround und sechs Partien in der Abstiegsrunde. Der Letztplatzierte steigt nach dem 33. Spieltag direkt in die 2. Liga ab. Burkart zeigte sich kämpferisch: «Wir wollen gegen Rheintal drei Punkte. Noch sind unsere Chancen intakt. Jetzt müssen wir den letzten Strohhalm packen.» Mit anderen Worten: Ein Pflichtsieg muss nun her.

Eishockey, 1. Liga

Qualifikation-Masterround, 1. Runde: Argovia Stars – Luzern 4:2. Herisau – Prättigau-Herrschaft 2:5. Rheintal – Reinach 3:2.
Rangliste (alle 1 Spiel): 1. Argovia Stars 35 Punkte. 2. Herisau 31. 3. Rheintal 27. 4. Red Lions Reinach 22. 5. Prättigau-Herrschaft 18. 6. Luzern 8.

Argovia Stars – Luzern 4:2 (1:0, 3:0, 0:2)
KEB. – 135 Zuschauer. – SR Stegmann; Fankhauser, Feuz. – Tore: 16. 1:0. 36. 2:0. 38. 3:0. 39. 4:0. 43. Matter (Horvath) 4:1. 59. Niederhäuser (Martschini, Maurenbrecher) 4:2.

Nächste Spiele. Mittwoch. 20.00: HC Luzern – Rheintal. – Samstag. 17.30: Luzern – Prättigau-Herrschaft (beide Eiszentrum).