Langlauf ist bei den Näpflins eine Familiensache

Die Brüder Näpflin stehen an den ZSSV-Meisterschaften in Realp in unterschiedlichen Funktionen im Einsatz.

Roland Bösch
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Avelino (oben) und Andrin Näpflin sind in der Loipe anzutreffen. Severin, der ältere Bruder der Beiden, arbeitet als Wettkampfleiter.

Avelino (oben) und Andrin Näpflin sind in der Loipe anzutreffen. Severin, der ältere Bruder der Beiden, arbeitet als Wettkampfleiter.

Urs Steger

Urs Steger

Am Küchentisch der Familie Näpflin in Beckenried wird eifrig über das Langlaufen diskutiert. Kein Wunder haben sich doch alle drei Söhne Severin, Andrin und Avelino auf ihre Art dem Langlauf verschrieben. Die Leidenschaft für den Nordisch-Sport kommt nicht von ungefähr. Ihre Mutter Jolanda Näpflin-Dinkel war selber eine Kaderläuferin. Der Vater Franz hat sich mit dem Berglauf einer anderen Ausdauersportart verschrieben. Andrin Näpflin, der Mittlere, wirft ein: «Wir reden und diskutieren selbstverständlich auch über andere wichtige Dinge im Leben.»

Thema Nummer 1 ist in diesen Tagen aber ganz klar die Zentralschweizer Langlaufmeisterschaften in Realp. Die ganze Familie ist dort im Einsatz. Severin, der Älteste der Näpflin-Söhne, amtet bei diesem Rennen zum ersten Mal als Wettkampfleiter. Der 22-jährige Andrin Näpflin tritt als Titelverteidiger an und für den Jüngsten im Bunde Avelino ist es eine optimale Vorbereitung auf die Schweizer Meisterschaften in einer Woche an derselben Stelle. Der C-Kaderathlet von Swiss-Ski verliert am Küchentisch am wenigsten Worte. Er überlegt eher zweimal, bevor er etwas einbringt. Sein Bruder Andrin meint: «Ich kenne keine so ruhige Person wie Avelino und bin immer wieder beeindruckt, wie er dann im Rennen aus sich herauskommen kann.»

Gesucht wird noch ein Partner für die Staffel

Zuletzt wurde Avelino Näpflin bei den Continentalcup-Rennen in Pragelato (ITA) gefordert. Die Wettkämpfe wurden auf der brutal harten Olympiastrecke von Turin 2006 ausgetragen. Es resultierte über die Distanz von 30 Kilometer der 18. und über 10 Kilometer der 15. Rang.

Zurück am Küchentisch wird klar, die drei Männer im Alter von 25, 22 und 20 Jahren verstehen sich sehr gut. «Auch wenn Severin uns seit einiger Zeit nicht mehr im Training begleitet, ist er an unseren Leistungen stark interessiert», erklärt Avelino Näpflin. Ein Vorteil, dass ihr Bruder als Wettkampfleiter amtet, ist hingegen für die Rennen von Morgen nicht ersichtlich. Die Loipe in Realp kennen Andrin und Avelino Näpflin mittlerweile wie ihre Hosentasche. Aufgrund der prekären Schneesituation in der restlichen Zentralschweizer sind die beiden seit November sehr oft im Urserental anzutreffen. Dennoch ist Andrin Näpflin seinem älteren Bruder für den Einsatz im OK dankbar. «Für mich ist es eindrücklich zu sehen, was es alles für die erfolgreiche Durchführung eines Anlasses benötigt. Normalerweise laufe ich einfach ein Rennen und mache mir nicht so viele Gedanken zum Drumherum», zeigt sich Näpflin beeindruckt. Für Avelino und Andrin Näpflin ist es eine Ehrensache an den vom eigenen Skiclub organisierten Zentralschweizer Meisterschaften an die Startlinie zu gehen. Dies obwohl sie sich primär auf ihre Einsätze bei nationalen und internationalen Rennen fokussieren.

Da die Personaldecke im Nordischen-Bereich des Skiclub Beckenried-Klewenalp etwas dünn ist, haben die beiden jungen Sportler aber ein Problem. Ihnen fehlt zurzeit noch ein Staffelpartner. «Alle potenziellen Kandidaten haben bereits irgendeinen Job als Helfer.» Interessierte bitte melden.

Ungeplante Hauptprobe

«Drei Fliegen auf einen Schlag»: So könnte das Motto des Skiclubs Beckenried-­Klewenalp als Organisator der Zentralschweizer Langlaufmeisterschaften lauten. Im morgigen Massenstartrennen im klassischen Stil werden auch die Schweizer Meistertitel der Masters vergeben und die Unterwaldner Langlaufmeister gekürt. «Für alle drei Wettkämpfe wurde ein Veranstalter gesucht, da haben wir uns bereit erklärt, eine Grossveranstaltung durchzuführen», erklärt OK-Präsident Roland May. Die Idee funktioniert. Über 200 Einzelläuferinnen und Einzelläufer und gegen 60 Staffeln haben sich in die Startliste eintragen lassen. Es liegt zu wenig Schnee in Engelberg Roland May und sein Team waren in den letzten Tagen gefordert. Da die dünne Schneedecke beim Restaurant Wasserfall in Engelberg für einen Wettkampf nicht ausreicht, muss nach Realp ausgewichen werden. Als positiver Nebeneffekt können dadurch die Innerschweizer Langläufer einen grossen Teil der Strecke der Langlauf-­Schweizer-Meisterschaften vom 1. und 2. Februar testen. «Wir werden von den Mitarbeitern des Bundesamts für Sport toll unterstützt», schwärmt Roland May. Die Arbeit geht den Beckenriedern im Vorfeld trotzdem nicht aus, musste doch auch noch eine kleine Festwirtschaft aufgebaut werden. Auch da greifen die Nidwaldner auf Urner Unterstützung zurück. Das Essen wird von den Behindertenbetrieben Uri bezogen. (rb)