Eishockey
Die Saison ist zu Ende, aber der HC Luzern macht beste Werbung in eigener Sache

Eishockey-Erstligist Luzern verliert auch das dritte Spiel gegen Frauenfeld und scheidet im Halbfinal aus.

Michael Wyss
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Die Luzerner (in hellblau) schalteten im Viertelfinal den EC Wil aus.

Die Luzerner (in hellblau) schalteten im Viertelfinal den EC Wil aus.

Bild: Donato Caspari

«Was soll ich sagen? Die Enttäuschung ist so kurz nach Spielschluss natürlich gross. Wir haben Frauenfeld in der Serie gefordert, die drei Partien waren stets umkämpft. Die Entscheidung fiel erst jeweils kurz vor Schluss. Sie hätte auch zu Gunsten von uns ausfallen können, denn wir hatten unsere Möglichkeiten», zeigte sich HCL-Captain Mike Küng nach der samstäglichen 2:4-Niederlage in Frauenfeld vor 644 Fans enttäuscht. Die dritte Niederlage (3:5; 3:5; 2:4) bedeutete für ein aufopferndes kämpfendes Luzern nun das vorzeitige Aus im Playoff-Halbfinal (Best of 5).

Die Thurgauer, die ihren Aufstiegswillen kommunizierten, ziehen damit in den Final ein, wo sie auf den Sieger aus dem Duell Wetzikon gegen Bellinzona treffen. Die Zürcher Oberländer führen 2:1. Rückblickend, einige Tage nach dem Aus, wird man sich beim HCL sicher erst bewusst, was die Mannschaft diese Saison geleistet hat. Das Team von Headcoach und Sportchef Raphael Zahner beeindruckte mit attraktivem Eishockey, konnte mit etablierten Erstligisten mithalten und forderte auch Topteams. Verdientermassen wurden die Playoffs nach einer verkürzten Qualifikationsphase erreicht.

Dass diese erste Phase der Meisterschaft auf dem fünften Rang beendet wurde, war zusätzlich ein grossartiger Erfolg für die Luzerner. «Dass wir die Top 8 erreichten und sogar bis am Schluss mit dem Heimvorteil liebäugeln konnten, ist positiv zu werten», so Küng weiter. Die Krönung folgte dann mit der Halbfinalqualifikation (3:1-Sieg in der Serie gegen den EC Wil) und einer spannenden Serie gegen das Topteam Frauenfeld. Zahner:

«Der HCL war diese Saison eine grosse Bereicherung in der 1. Liga Region Ost. Wir haben beste Werbung für den Eishockeysport in Luzern gemacht. Vom HC Luzern wird geredet, er ist eine gute Adresse und wird wahrgenommen. Wir werden nächste Saison mit einer schlagkräftigen Truppe wieder angreifen»,

verspricht Zahner. Das Team wird im Gros zusammenbleiben und die eine oder andere personelle Veränderung erfahren.

Auch der Präsident ist mehr als zufrieden

Auch Luzerns Assistenztrainer Reto Burkart zollte seiner Mannschaft viel Respekt und Lob gegenüber für diese Spielzeit: «Nach dem Ausscheiden ist es nie einfach, Worte zu finden. Die Saison war äusserst erfolgreich. Wir haben nun gegen ein gutes, routiniertes und erfahrenes Frauenfeld letztlich kapitulieren müssen. Das müssen wir akzeptieren. Wir haben die Thurgauer aber gefordert, das macht mich auch stolz. Es war kein Spaziergang des Favoriten. Wir sind nicht diskussionslos gescheitert.» Markus Enz, Luzerns Vereinspräsident, sagt: «Die Playoffs zu spielen, war vor Saisonbeginn ein grosser Wunsch von uns. Das wurde erreicht, der Rest war eine schöne Zugabe. Ich bin sehr zufrieden und blicke hoffnungsvoll der neuen Spielzeit entgegen. Dieses Team wird uns noch viel Freude bereiten.» Mit anderen Worten: Der HC Luzern verabschiedete sich von der erfolgreichsten Saison der 24-jährigen Vereinsgeschichte erhobenen Hauptes.

Eishockey

1. Liga: Playoff-Halbfinals (Best of 5). 3. Runde: Frauenfeld – HC Luzern 4:2; Schlussstand 3:0. Wetzikon – Bellinzona 5:2 (1:0, 2:1, 2:1); Stand 2:1.

Frauenfeld – HC Luzern 4:2 (1:0, 2:2, 1:0)
KEB. – 644 Zuschauer. – SR Krotak; Remund, Gubser. – Tore: 6. Lattner (Spillmann) 1:0. 26. Fehr (Schläppi) 2:0. 26. Marbot (Küng) 2:1. 37. Lattner (Schmidt) 3:1. 39. Niklas Maurenbrecher (Grigioni, Dünner) 3:2. 60. Schumann (Fehr) 4:2 (ins leere Tor).