Handball
«Für uns ist das ein Aufsteller»: Die Stanserinnen feiern den ersten Sieg

Im Schweizer Cup leistet Kriens (1. Liga) gegen das SPL-2-Team grossen Widerstand – 25:31-Niederlage.

Stephan Santschi
Drucken
Teilen
Die Krienserin Nina Loretz schliesst einen Angriff mit einem perfekten Sprungwurf ab.

Die Krienserin Nina Loretz schliesst einen Angriff mit einem perfekten Sprungwurf ab.

Die Erleichterung beim BSV Stans war gross: In der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups realisierte das SPL2-Team den ersten Saisonsieg, bei 1.-Ligist Kriens kam es zu einem 31:25.

«In der Meisterschaft haben wir noch keine Punkte holen können, deshalb brauchten wir diesen Erfolg»,

freut sich Spielertrainerin Gréta Grandjean. Bis zur 25. Minute hielt der unterklassige Gegner gut mit (12:12), danach setzte sich die grössere Klasse der Stanserinnen durch. «Die Spielerinnen waren zu 100 Prozent fokussiert. Sie wollten den Sieg und haben dafür gekämpft.»

Speziell war das Lokalderby auch deshalb, weil bei Kriens drei in Stans bestens bekannte Gesichter aufliefen. Die rechte Aufbauerin Nina Loretz, Spielmacherin Sophie Bühler und Offensivverteidigerin Lucy McCarthy trugen letzte Saison noch das Trikot des BSV Stans. «Nach einem Sieg kann ich es ja sagen. Gerade der Auftritt von Nina hat mich gefreut, da ist auch meine Arbeit drin», sagt Grandjean mit Bezug auf die Leistung der fünffachen Krienser Torschützin.

Keine Schnaps-, sondern eine Bieridee

Zufrieden war auch Kriens-Trainer Tom Hofstetter. «Verlieren tut man nie gerne, doch das war eine ordentliche Leistung», konstatiert der ehemalige Schweizer Nationalspieler, der seine Aktivkarriere im Jahr 2020 beim HC Kriens-Luzern beendet hat. Mit einem zwischenzeitlichen Unterbruch ist Hofstetter nun im vierten Jahr der Hauptverantwortliche an der Seitenlinie der Krienserinnen.

Emmen sorgt für Cup-Furore

Grossartiger Erfolg für die 1.-Liga-Handballer aus Emmen: In der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups schlugen sie am Samstag den B-Ligisten Birsfelden zu Hause mit 37:30. Dabei sah es zu Beginn nicht nach einer Überraschung aus – nach zwölf Minuten schien die Partie bei einem 3:11-Rückstand bereits entschieden. Doch das Team von Trainer Gery Bucher kämpfte sich zurück, glich das Skore in der 40. Minute wieder aus (23:23) und bodigte den Favoriten in der Schlussphase mit einer entfesselten Darbietung. «Wir steigerten uns in einen Spielrausch, die Teamleistung war sehr gut», freute sich Bucher. Ebenfalls für Cup-Furore sorgten die Frauen der SG Muotathal/Mythen-Shooters: In der 1. Hauptrunde eliminierte der 1. Ligist das SPL-2-Team aus Arbon mit 27:20. (ss)

In diese Rolle fand er über seine Freundin Sereina Käppeli, die beim HCK spielt. «Als wir mit ihrem Freundeskreis im Ausgang waren, kam die Idee bei einem Bier auf», erzählt Hofstetter. Ein Entscheid, den er nicht bereut:

«Mir macht es Spass, der Draht zum Team war von Beginn weg gut.»

Wie er es als Spielmacher auf dem Platz zu tun pflegte, so vermittelt er seinem Team auch als Trainer eine Struktur. «Ich möchte den Spielerinnen den Sinn der Spielzüge und die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben, aufzeigen», erklärt der 31-Jährige.

Mischung aus Jung und Alt ist vorhanden

So richtig in Fahrt kam sein Team bisher noch nicht, in der Meisterschaft resultierten aus drei Partien zwei Niederlagen. «Niemand will im Rückraum die Tore werfen, alle bevorzugen den Pass. Dabei muss man in erster Linie selbst ein Tor machen wollen, damit die Verteidigerinnen rauskommen und sich Räume für Pässe ergeben», erklärt Hofstetter, der für herzhafte Durchbrüche bekannt war.

Das Spiel gegen Stans sieht er aber als «Aufsteller, der uns einen Motivationsschub gibt». Die handballerische Qualität, die Mischung aus Jung und Alt seien vorhanden, um in der 1. Liga eine gute Rolle zu spielen. Grössere Ambitionen im Trainergeschäft hat Hofstetter nicht. Aktuell lässt er sich zum Wirtschaftsprüfer weiterbilden.

Kriens – Stans 25:31 (13:16)
Krauerhalle. – 35 Zuschauer. – SR Estermann/Gusset. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Kriens, 5-mal 2 Minuten gegen Stans. – Kriens: Rüegg (4 Paraden)/Tritschler (2); Käppeli (1 Tor), Thüring (1), Bühler (3), Zalatnay, Rinderli (6/3), Staubli (2), Loretz (5), Willimann (1), McCarthy (3), Imgrüt (3). – Stans: Hofstetter (2 Paraden)/Kafexholli (7); Rossi (3 Tore), Amstalden (1), Müller, Lussi (2), Schiffmann (6/3), Kretz, Orosaj (1), Grandjean (1), Fellmann (10), Inderbitzin (5), Fernandes Martins (2). – Bemerkungen: Fellmann vergibt Penalty (18./8:9). Kafexholli pariert Penalty von Rinderli (30./13:16).

Aktuelle Nachrichten