Die Langlauf-Familie: Ein Riebli kommt selten alleine

Am 50. Bürer-Langlauf sorgten unter anderem die Gebrüder Riebli aus Giswil für die Unterwaldner Podestplätze.

Roland Bösch
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Ramon Riebli erreicht mit Rang drei bei den U18 die beste Zentralschweizer Platzierung.

Ramon Riebli erreicht mit Rang drei bei den U18 die beste Zentralschweizer Platzierung.

Bild: Urs Hanhart (Büren, 15. Dezember 2019)

«Heute geht alles perfekt auf. Sozusagen auf der Originalstrecke können wir unseren Jubiläumslauf bei tollem Wetter durchführen», frohlockte ein zufriedener OK-Präsident Christof Gerig. 150 Läuferinnen und Läufer waren der Einladung des Skiclubs Büren-Oberdorf zur 50. Austragung gefolgt. Ob es schneit oder die Sonne sich zeigt, ob der Bürer-Langlauf in der klassischen oder freien Technik ausgetragen wird, ein Athlet interessiert das wenig. Die Rede ist von Andrin Näpflin. Der Beckenrieder sicherte sich zum dritten Mal in Serie den Tagessieg.

Den Bürer-Langlauf ohne Schmerzen zu bewältigen, ist hingegen für Laura Bütler eine persönliche Genugtuung. Die U18-Vizeschweizermeisterin im Sprint muss mit ihrem Rücken nach wie vor sehr sorgfältig umgehen. «Längere Ausdauertrainingseinheiten waren auch in diesem Sommer nicht möglich. Die Engelbergerin erklärt: «Ich konzentriere mich bewusst auf die Sprint-Rennen und versuche mich über kürzere Distanzrennen an längere Aufgaben heranzutasten.» Nach dem erfolgreichen Abschluss der Sportmittelschule hat sich Laura Bütler für ein Zwischenjahr entschieden. Bereits am Dienstag reist sie mit ihrem Trainer Christian Stebler an die Continentalcup-Rennen (COC) im österreichischen St. Ulrich. «Es geht darum, erste Erfahrungen auf der zweithöchsten Stufe zu sammeln und die Möglichkeit zu erhalten ein weiteres Sprint-Rennen zu laufen.», erklärt Laura Bütler.

Beim älteren Bruder abgeguckt

Die Premiere im COC steht auch für den Giswiler Ramon Riebli bevor. Der Mittlere der Gebrüder Riebli hat sich mit seinem sechsten Rang im Swiss-cup-Sprint in Ulrichen Ende November das Aufgebot von Swiss-Ski gesichert. Der Bürer Langlauf beendete der 17-jährige bei der U18 als bester Zentralschweizer an der dritten Position. «Dieses Rennen bildete sozusagen der Startschuss der Vorbereitungen für den Sprint vom Donnerstag», erklärt Ramon Riebli. Der Athlet des Skiclub Schwendi-Langis verheimlicht dabei nicht, dass in den Distanzrennen noch etwas Luft vorhanden ist. «Die Leistungstests haben gezeigt, dass ich auch diesbezüglich einen Schritt vorwärts gekommen bin», erklärt der Sportmittelschüler, welcher im nächsten Frühling den schulischen Teil der kaufmännischen Ausbildung beendet. Ramon Riebli hat im Sommer bewusster das Training und die Arbeit auf dem elterlichen Bauernbetrieb getrennt. Vermehrt kam es dabei auch zum Gipfeltreffen mit seinen Brüdern Janik und Matthias. Der vier Jahre ältere B-Kaderathlet Janik verbrachte nach seiner Lehrzeit als Landwirt in Davos erstmals seit fünf Jahren wieder mehr Zeit in den Sommermonaten zu Hause. Ramon Riebli meint dazu nur mit seinem Schalk: «Ein Riebli kommt selten allein.» Irgendwie hat er recht. Bei den COC-Rennen nächste Woche kann Ramon Riebli sicherlich auf wertvolle Tipps seines erfahrenen Bruders Janik zählen.

Zurück zum Bürer-Langlauf. Auch dort traten die Rieblis zu Zweit auf. Wobei der mit 15 Jahren jüngste Riebli einen souveränen Eindruck hinterliess. Matthias Riebli wurde seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte sich den Sieg bei der U16-Kategorie. «Vor dem ersten Rennen hat man jeweils keinen Vergleich. Ich bin jetzt schon froh zu wissen, dass ich vorne dabei bin», erklärt der Obwaldner. Für Matthias Riebli hat sich im Sommer 2019 einiges verändert. Nach der obligatorischen Schulzeit in Giswil hat er den Übertritt an die Sportmittelschule in Engelberg gewagt. Er besucht dort nun das Gymnasium. «Lange habe ich mit einer Lehre als Förster oder Seilbahnmechatroniker geliebäugelt. Bei meinem Bruder Janik habe ich dann aber gesehen, dass Sport und parallel dazu eine körperlich anstrengende Berufslehre ein schwieriges Unterfangen darstellen», erklärt er. Auch wenn er in den sprachlichen Fächern einiges aufzuholen hat, erachtet er die tollen Trainingsstrukturen als ideal.