Tischtennis
Ein Klub in der Bundesliga hat es Ben Meier angetan

Für den Coup reicht es an der Schweizer Meisterschaft nicht, doch der 14-jährige Rothenburger Ben Meier will Profi werden.

Stephan Santschi
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Ben Meier belegt an den U15- Titelkämpfen den fünften Rang.

Ben Meier belegt an den U15- Titelkämpfen den fünften Rang.

«Es lief gut, glaube ich. Ich habe jedenfalls alle Aufgaben lösen können.» So kommentierte Ben Meier gestern Vormittag den Test in Mathematik, den er an der Sportschule Kriens schrieb. Auch am Wochenende hatte er viele seiner Aufgaben bewältigt, an der U15-Schweizer-Meisterschaft in La Chaux-de-Fonds belegte der 14-jährige Rothenburger den geteilten fünften Platz. In der Vorrunde gelangen ihm drei blitzsaubere 3:0-Siege, auch die Hürde Achtelfinal nahm er ziemlich problemlos. Im Viertelfinal war dann allerdings Schluss, der topgesetzte und spätere Goldmedaillengewinner Timothy Falconnier (A18) war zu stark und gewann in 3:0-Sätzen. Chancenlos war der im nationalen Ranking deutlich tiefer geführte Ben Meier (C10) aber nicht, im zweiten Durchgang hatte er zwei Satzbälle, schnupperte am 1:1-Ausgleich. «In den Ballwechseln war er nicht besser als ich. Doch Timothy ist konstanter als andere und man merkt, dass er in seinem Klub bereits in der NLA zum Einsatz kommt», erklärt Ben Meier und hält fest: «Ich bin mit meinem Abschneiden wirklich zufrieden.»

Mit etwas mehr Losglück wäre ein Podestplatz möglich gewesen, doch was nicht ist, kann noch werden – beispielsweise im nächsten März, wenn wieder nationale U15-Titelkämpfe auf dem Programm stehen. «Dann werde ich zum älteren Jahrgang gehören, dann will ich eine Medaille», betont Ben Meier.

Prominenter Trainer gibt ihm Privatstunden

Als Achtjähriger entdeckte er seine Leidenschaft fürs Tischtennis, begann in Rothenburg die ersten Bälle zu spielen, ehe er zum Zentralschweizer Aushängeschild Rapid Luzern wechselte. «Mich fasziniert die Variation, kein Gegner ist gleich», erzählt er, wobei er selbst zu den angriffigen Spielern gehört.

«Ich will das Spiel bestimmen und nicht selbst bestimmt werden.»

Im Sommer hatte er prominenten Besuch, kein Geringerer als Spaniens Nationaltrainer Shi-Wei Dong gewährte ihm zwei Privatstunden. «Das hat mir mega viel gebracht», schwärmt Ben Meier, «mit der Vorhand gehe ich nun mehr in den Ball hinein, anstatt mit einer Aufwärtsbewegung Kraft zu verlieren. Und ich lernte, nicht nur mit dem Arm, sondern mit dem ganzen Körper zu spielen.» Als Vorbilder bezeichnet er Masataka Morizono und Ricardo Walther. Der Japaner besteche durch enormen Fokus, «er gibt keinen Ball verloren», derweil der Deutsche über ein sehr variables Spiel verfüge. Gemeinsam ist beiden, dass sie für Grünwettersbach in der Deutschen Bundesliga spielen oder gespielt haben. Da will auch Ben Meier hin, genau in diese Meisterschaft und genau zu diesem Klub. «Ich habe mir dort schon mehrmals Spiele angeschaut. Es ist ein familiärer Verein mit netten Leuten und guten Trainern.» Sein Fernziel lautet: Leistungssport betreiben, Profi werden. Doch zunächst wird er nun wieder mit Rapid Luzern in der NLC-Meisterschaft um Siege kämpfen.

Hinweis. Resultate: pyngpong.info

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