Unihockey: Die Sarner «Aufsteiger-Jungs» treffen auf Weltstars

Schweizer Meister Wiler-Ersigen gastiert morgen Samstag (20.00) mit drei Weltmeistern und einer Unihockey-Ikone in Sarnen.

Melk von Flüe
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Nur zu gerne würde Verteidiger Roger Berchtold das Jahr gegen den amtierenden Schweizer Meister Wiler-Ersigen mit einem Erfolgserlebnis abschliessen.

Nur zu gerne würde Verteidiger Roger Berchtold das Jahr gegen den amtierenden Schweizer Meister Wiler-Ersigen mit einem Erfolgserlebnis abschliessen.

Bild: Simon Abächerli (Sarnen, 19. Januar 2019)

Krister Savonen, Joonas Pylsy und Tatu Väänänen – dieses hochkarätige Trio des SV Wiler-Ersigen lässt das Herz eines jeden Unihockeyfans höherschlagen. Mit Finnland gewannen sie 2018 die Weltmeisterschaft. Zudem gilt Savonen als der weltbeste Verteidiger. Und am Samstag gastieren sie alle in der Sarner Dreifachhalle, beim NLA-Spiel gegen Ad Astra Sarnen (20.00).

Doch aber damit nicht genug: Die Schweizer Unihockey-Ikone Matthias Hofbauer und diverse Schweizer Nationalspieler stehen ebenfalls für den Schweizer Meister im Einsatz. Auf der anderen Seite der Aufsteiger aus Obwalden mit der tristen Bilanz von 14 Spielen und 3 Punkten. Die Favoritenrolle ist klar verteilt, auch weil das Hinspiel mit 11:0 zu Gunsten der Berner endete.

Abgeklärt, agil und Top-Technik

Eine ähnlich hohe Niederlage verhindern möchte Roger Berchtold. Der Verteidiger von Ad Astra wird gegen die Topspieler von Wiler-Ersigen ankämpfen müssen. Und dennoch sagt er: «Es ist schön, sich mit den besten Spielern der Welt zu messen.» In den ersten 14 NLA-Spielen hat Berchtold bereits hautnah miterlebt, was Spieler wie Savonen, Pylsy oder Hofbauer so stark macht: «Sie sind sehr abgeklärt, agil mit dem Ball und technisch enorm stark. Und das verleiht ihnen viel Zeit, um den nächsten Pass zu spielen.» Hier ortet das Sarner Urgestein einen Unterschied zwischen den Topteams und seinem Ad Astra: «Wir brauchen länger, um zu entscheiden, wohin der Ball gespielt werden soll.» Dieser Augenblick entscheidet oft über Tor und Sieg.

Sofort unter Druck setzen

Gerade weil die Spieler von Wiler-Ersigen über hervorragende Übersicht und Passqualität verfügen, dürfen die Obwaldner ihnen keine Zeit zum Kombinieren lassen und müssen den Ballführenden sofort unter Druck setzen. Die Umsetzung dieses Plans dürfte aber schwierig werden, denn qualitativ ist der Schweizer Meister viel besser besetzt als Ad Astra. «Die Erwartungen sind nicht hoch, von 15 Spielen gegen uns gewinnt Wiler deren 14», weiss Roger Berchtold. Deshalb lautet sein Motto: «Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie.» Kampflos geben die Sarner die drei Punkte keinesfalls her. Doch Berchtold weiss auch: «Wir brauchen eine Topleistung und Big Saves. Zudem müssen wir auf Unkonzentriertheiten beim Gegner hoffen.» Nur wenn der Ball über 60 Minuten für Ad Astra rollt, ist ein Erfolgserlebnis gegen Wiler-Ersigen möglich.

Strauchelnder Meister

In der Vorwoche im Zentralschweizer Derby gegen Zug United (2:7) rollte der Ball nur 40 Minuten lang für Ad Astra Sarnen. Der Einbruch im letzten Drittel verhinderte, dass das Team von Eetu Vehanen zumindest zu Thun, den möglichen Konkurrenten um den letzten Tabellenplatz, hätte aufschliessen können. Ein Punktgewinn gegen Wiler-Ersigen ist zwar unwahrscheinlich, doch der Schweizer Meister strauchelte zuletzt. Nach der Niederlage im Spitzenspiel gegen die Grasshoppers aus Zürich resultierte gegen die Tigers Langnau nur ein Sieg in der Verlängerung. Somit ist das Starensemble auf den zweiten Platz abgerutscht. Eine Chance für Ad Astra? Roger Berchtold meint mit einem Augenzwinkern: «Es würde doch zu Weihnachten passen.»

Unihockey NLA-Männer

15. Runde. Samstag. 17.00: Zug United – Uster (Sporthalle Herti). – 18.00: Köniz – Grasshoppers. – 19.00: Thun – Malans. Langnau – Waldkirch-St.Gallen. – 19.30: Rychenberg Winterthur – Chur. – 20.00: Ad Astra Sarnen – Wiler-Ersigen (Dreifachhalle).

Rangliste (alle 14 Spiele): 1. Grasshoppers Zürich 36. 2. Wiler-Ersigen 35. 3. Zug United 29. 4. Köniz 28 (103:71). 5. Alligator Malans 28 (94:70). 6. Waldkirch-St.Gallen 20 (85:84). 7. Chur 20 (68:87). 8. Rychenberg Winterthur 19. 9. Uster 16. 10. Tigers Langnau 14. 11. Thun 4. 12. Ad Astra Sarnen 3.

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