Radsporttage Gippingen

GP des Kantons Aargau: Topfavorit Kristoff holt seinen Profi-Sieg Nummer 70

Der Norweger Alexander Kristoff entschied im Massensprint zum zweiten Mal nach 2015 den Grand Prix des Kantons Aargau souverän für sich. Silvan Dillier klassierte sich an den Gippinger Radsporttagen in Leuggern als bester Schweizer im 9. Rang.

Als Traditionsrennen, welches in der zunehmend globalisierten Radsportwelt um jede Form von Aufmerksamkeit kämpfen muss, ist ein prominenter Sieger Gold wert. Logisch, waren in den Reihen der Organisatoren der Gippinger Radsporttage nach dem GP des Kantons Aargau viele zufriedene Gesichter zu sehen.

Mit Alexander Kristoff gewann in Leuggern der mit Abstand prominenteste unter den 130 gestarteten Radprofis. Der 30-Jährige wurde seiner Favoritenrolle mit einem unwiderstehlichen Sprint auf der ansteigenden Zielgeraden vollauf gerecht und verwies die beiden Italiener Francesco Gavazzi sowie Marco Canola auf die Podestplätze.

Radsporttage Gippingen – der Start

Radsporttage Gippingen – der Start

Start zum Grossen Preis des Kantons Aargau, am 7. Juni 2017

«Ich wollte diese Gelegenheit hier beim Schopf packen, weil ich wusste, dass mir diese Strecke liegt. Ich sagte meinem Team, dass wir eine gute Chance auf den Tagessieg haben, wenn sie mich mit dem Feld auf den letzten Kilometer bringen würden», sagte der Norweger.

Es war bereits Profi-Sieg Nummer 70 (!) für Kristoff, der sich im Norden des Kantons Aargau offensichtlich pudelwohl fühlt. 2013 hatte er anlässlich der Tour de Suisse in Leuggern seinen allerersten Erfolg auf höchstem Niveau gefeiert und dabei mit Peter Sagan den inzwischen endschnellsten Fahrer der Welt bezwungen.

2015 doppelte er mit seinem ersten Sieg beim Grossen Preis des Kantons Aargau nach – damals noch mit Ankunft in Gippingen. Spätestens nach dem gestrigen Triumph lässt sich sagen, dass Alexander Kristoff hier fast zu Hause ist.

GP Gippingen

GP Gippingen

Wer gewinnt den grossen Preis des Kantons Aargau? Wird es ein Heimsieg für Silvan Dillier? Highlights und Bilder vom Aargauer Velorennen.

Mit seinem zweiten Erfolg hat er zu den anderen Gippingen-«Rekordsiegern» Adri van der Poel, Pascal Richard und Michael Albasini aufgeschlossen. Gut möglich, dass er schon nächstes Jahr der erste dreifache Gewinner des wichtigsten Schweizer Eintagesrennens wird.

Auf jeden Fall war Alexander Kristoff die Erleichterung über seinen 70. Profisieg anzusehen: «Man weiss nie, wie viele Gelegenheiten man bekommt, ein Rennen zu gewinnen. Diese Saison war für unsere Mannschaft bisher nicht allzu gut. Deshalb sind wir über jeden Sieg glücklich», sagte der Profi des UAE-Emirates-Team.

Dillier mit gutem Auftritt

Der Traum vom Heimsieg platzte dafür nicht ganz unerwartet für Lokalmatador Silvan Dillier. Der Schneisinger fuhr dennoch ein gutes Rennen und klassierte sich auf dem neunten Rang. Der 27-Jährige hat übrigens keine guten Erinnerungen an den ersten Gippingen-Triumph von Alexander Kristoff. Damals war er als Führender erst 400 Meter vor dem Ziel vom Feld geschluckt worden. Es war eine der bittersten Niederlagen in der Karriere des amtierenden Schweizer Meisters.

Apropos Schweizer: Die spielten in der 55. Ausgabe des grossen Preises des Kantons Aargau lange Zeit eine herausragende Rolle. Bereits in der ersten der insgesamt elf Runden war ein Quartett ausgerissen. Darunter mit Gian Friesecke, Stefan Bissegger und Simon Pellaud auch drei Schweizer Profis. Sie machten mit dem US-Amerikaner Gregory Daniel gemeinsame Sache und fuhren einen Maximalvorsprung von 7:15 Minuten heraus.

Interview mit Karl Dillier

  

Wie so oft reichte das aber nicht, um am Ende noch um den Sieg mitfahren zu können. In der letzten Runde wurde das verbliebene Trio (Bissegger musste in der achten Runde abreissen lassen) vom heranrasenden Feld geschluckt.

Für Pellaud (Sieger der Bergwertung) und Friesecke (Sieger der Sprintwertung) blieb dennoch etwas Zählbares zurück nach dem Parforceritt. Vor allem der Zürcher Oberländer Friesecke, der für das österreichische Team Vorarlberg fährt, hinterliess einen sehr guten Eindruck im Heimatkanton seiner Mutter: «Das ist mein Lieblingsrennen. Ich wollte hier unbedingt etwas zeigen», sagte er stolz.

Am Ende waren die beiden Schweizer in der finalen Kristoff-Show nur noch Statisten. Genauso wie Michael Albasini, der auf der Jagd nach seinem dritten Tagessieg in Gippingen chancenlos blieb. «Ausser Spesen nichts gewesen», lautete das Fazit des Thurgauers. Das galt zum Glück nicht für die Organisatoren. Sie hatten mit Alexander Kristoff ihren Traumsieger.

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