Auf der ansteigenden Zielgerade der 6. und längsten Etappe setzte sich der Kolumbianer gegen Weltmeister Rui Costa (Por) durch. Betancur profitierte im Finish auch von dem Missgeschick des Franzosen Alexis Vuillermoz, der in der letzten Kurve bergauf als Führender ausrutschte und zu Fall kam. Am Wochenende folgen auf dem Weg nach Nizza zwei weitere hügelige Etappen, die auf den starken Kletterer Betancur zugeschnitten sind. Seine Reserve auf den zweitklassierten Thomas Geraint (Gb) beträgt acht Sekunden. Costa liegt als Dritter 18 Sekunden zurück.

Eine starke Rundfahrt zeigte bisher auch der 24-jährige Schweizer Sébastien Reichenbach. Der Profi vom Schweizer IAM-Team fuhr in der 6. Etappe mit einem Rückstand von elf Sekunden auf Platz 11 und verbesserte sich in der Gesamtwertung in den 13. Rang (0:35 zurück). Im Spezialklassement der besten Jungprofis ist Reichenbach neu Zweiter und trägt am Samstag - weil der gleichaltrige Betancur das Leadertrikot trägt - das "Weisse Trikot".

Gut in Form befindet sich Peter Sagan. Der Slowake, der an den Frühjahrs-Klassikern auch in diesem Jahr einer der Hauptkonkurrenten von Fabian Cancellara sein dürfte, gewann beim Tirreno - Adriatico die 3. Etappe und feierte seinen zweiten Saisonsieg. Sagan setzte sich in Arezzo nach 210 km im Sprint gegen den Polen Michal Kwiatkowski durch. Kwiatkowski übernahm dank Zeitgutschriften das Leadertrikot vom Briten Mark Cavendish.