Fussball
Petkovic will gegen Panama Selbstvertrauen tanken: Wenn er sich da nur nicht täuscht

Coach Petkovic testet mit der Schweiz gegen Panama, um Costa Rica zu simulieren. Einen Sieg gegen die Mittelamerikaner soll helfen die Stimmung und das Selbstvertrauen zu stärken. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Nati-Trainer dabei nicht täuscht.

Markus Brütsch
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Ein Sieg für die Stimmung soll gegen Panama her.

Ein Sieg für die Stimmung soll gegen Panama her.

Keystone

Als eine Reporterin aus Panama die Frage stellt, was sie denn von Panama wüssten, müssen Granit Xhaka und Blerim Dzemaili schmunzeln. Die beiden Mittelfeldspieler der Schweizer Nati sind auserkoren, vor dem Testländerspiel gegen Panama in Luzern zusammen mit Coach Vladimir Petkovic Auskunft zu geben.

Und weil die Schweizer ja clevere Burschen sind, hat der Medienchef ein Infoblatt zu Panama erstellt, welches den Protagonisten auf dem Podium nun unauffällig zur Verfügung stünde. Dzemaili könnte runterleiern: Vier Millionen Einwohner, doppelt so gross wie die Schweiz, Trainer Gomez, Captain Baloy und er hätte sogar sagen können, wie oft Panama in seinen 416 Länderspielen schon gewonnen hat: 133-mal.

Dzemaili aber sagt nur: «Um ehrlich zu sein: Ich weiss nicht viel über Panama. Immerhin aber bin ich noch als Spieler von Montreal in den Staaten gewesen, als es passierte und Panama die USA aus der WM kickte.» Inzwischen ist Dzemaili wieder bei Bologna in der Serie A engagiert.

Er lässt aber anklingen, dass dies mehr mit familiären denn mit sportlichen Beweggründen zu tun habe. «Auch in den USA ist es möglich, mit entsprechendem Training auf einem hohen Level zu bleiben. Ich habe immer alles gegeben», sagt Dzemaili, der in Athen den herrlichen Siegtreffer erzielt hatte.

Im rustikalen Stil

Petkovic hofft, der Spielstil der Panamaer ähnle jenem des Schweizer WM-Gegners Costa Rica. Weshalb die Mittelamerikaner ja auch zu diesem Vorbereitungsspiel eingeladen wurden. Da könnte er sich aber gewaltig täuschen. Ein Journalist aus Panama sagt: «Costa Rica und Panama spielen einen völlig konträren Stil. Costa Rica agiert gepflegt, Panama rustikal und defensiv.»

Petkovic sagt, er wisse, dass Panama am Donnerstag in Dänemark (0:1-Niederlage) recht hart aufgetreten sei und auch eine rote Karte kassiert habe. «Es hat in der WM-Ausscheidung ein entscheidendes Spiel gewonnen und deshalb zweifellos eine gewisse Qualität. Wir haben Respekt und sind auf alles vorbereitet», sagt Petkovic.

Es ist die drittletzte Probe vor dem Schweizer WM-Start in Russland am 17. Juni gegen Brasilien. Natürlich soll wie gegen Griechenland vor vier Tagen auch gegen Panama das Resultat stimmen; gute Ergebnisse sind immer auch gut für die Stimmung und das Selbstvertrauen.

Xhaka gibt sich professionell und sagt: «Wir gehen mit einer Topeinstellung ins Spiel und freuen uns sehr darauf.» Über seinen Arbeitgeber Arsenal und die Spekulationen über den Abgang von Trainer Arsène Wenger am Saisonende will er nicht sprechen. «Ich bin hier bei der Nati und in diesem Moment interessiert mich Arsenal nicht gross», sagt Xhaka.

Petkovic erklärt, dass Valon Behrami wegen muskulärer Probleme nicht spielen und Roman Bürki das Tor hüten werde. Er werde allen Akteuren eine Einsatzchance geben, sagt der Coach. Auf taktische Debatten lässt er sich nicht ein. In Griechenland hatte er bekanntlich das System modifiziert. Ihm ist einfach wichtig, dass seine Mannschaft flexibel ist, dass jeder Akteur weiss, was er im Spiel zu tun hat – «ob mit Ball oder ohne Ball.»

Das ist selbstverständlich auch bei Kollege Hernán Dario Gomez nicht anders. Der Kolumbianer ist in Panama ein Volksheld, seit er dem Land – am letzten Spieltag dank einem Phantomtor – die erstmalige WM-Teilnahme bescherte. Einem Land, das bisher mehr durch den Panamakanal, den Panamahut und die Panamanüsse bekannt war als durch Fussball.
«Wir sind hier, um den Schweizern zu zeigen, dass auch wir gut kicken können», sagt Gomez.