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Trotz der schweren Verletzung – FCSG-Stürmer Fabian Schubert verzichtet auf eine Zivilklage

Fabian Schubert hat sich bei einem Foul von YB-Spieler Ulisses Garcia einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen. Schon zweimal musste der 28-jährige Schubert operiert werden. Rechtlich gegen Garcia vorgehen wird er jedoch nicht.

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Die St.Galler wünschen ihrem Teamkollegen Fabian Schubert nach dem Spiel gegen die Young Boys gute Besserung.

Die St.Galler wünschen ihrem Teamkollegen Fabian Schubert nach dem Spiel gegen die Young Boys gute Besserung.

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Das Foulspiel von Ulisses Garcia vom 4. September hat weitreichende Folgen. Fabian Schubert dürfte dem FC St.Gallen mindestens ein halbes Jahr fehlen. Der 26-jährige Garcia wurde für vier Partien gesperrt.

Wie Radio SRF nun vermeldet, verzichtet St.Gallens österreichischer Stürmer auf eine Zivilklage gegen den YB-Spieler, der sich nach dem Vorfall untröstlich zeigte und sich bei Schubert entschuldigte.

Der Anwalt Marc Kirchhofer sagt jedoch, dass die Chance, vor Gericht Recht zu bekommen, intakt wäre: «Wenn man eine Verletzung in Kauf nimmt, ist dies durchaus strafrechtlich relevant.»

Fabian Schubert bleibt verletzt liegen und dürfte mindestens ein halbes Jahr ausfallen.

Fabian Schubert bleibt verletzt liegen und dürfte mindestens ein halbes Jahr ausfallen.

Bild: Claudio De Capitani/Freshfocus

Das gesamte Strafverfahren inklusive Einvernahmen zu durchlaufen, sei aber nur sinnvoll, wenn die Verletzung einen gewissen Schweregrad aufweise, so Kirchhofer gegenüber Radio SRF. Dies wäre bei Schubert der Fall.

Auch Cedric Itten verzichtete auf eine Zivilklage

Allerdings ist offen, wie sinnvoll es ist, nach einer Verletzung vor Gericht gegen einen Gegenspieler vorzugehen. Kirchhofer sagt:

«Schon nur sieben bis zehn Anzeigen pro Saison würden den Sport in seinen Grundfesten erschüttern.»

Wenn man für ein Foul verklagt werden könne, könnte dies «gerade im Amateursport für die Leute zu riskant werden».

Vor vier Jahren hatte sich Cedric Itten, damals noch Stürmer des FC St.Gallen, nach einem brutalen Foul von Luganos Fabio Daprelà einen Kreuz- und Innenbandriss zugezogen. Auch Itten verzichtete auf eine Zivilklage.

Er sagte damals:

Cedric Itten im Juli 2020, damals noch im Dress des FC St.Gallen.

Cedric Itten im Juli 2020, damals noch im Dress des FC St.Gallen.

Bild: Ennio Leanza/Keystone
«Es könnte mich zu viel Energie kosten. Ich möchte diese Kraft lieber dafür aufwenden, um wieder ganz gesund zu werden.»

Im Schweizer Profifussball wurden erst zwei Spieler verurteilt, weil sie ihren Gegnern schwere Knieverletzungen zugefügt hatten: Pierre-Albert «Gabet» Chapuisat, damals Vevey-Spieler, in den 1980er-Jahren nach einem Foul an Lucien Favre, sowie Aaraus Sandro Wieser 2014 wegen seines folgenschweren Fouls an Gilles Yapi, Mittelfeldspieler beim FC Zürich. Wieser wurde allerdings in zweiter Instanz freigesprochen.

Yapi fiel zehn Monate aus und spielte nach seiner Zeit in Zürich noch für den FC Aarau. 2019 beendete er die Karriere. Favre gab bei Servette sein Comeback nach achtmonatiger Pause. 1991 trat er in Genf vom Aktivfussball zurück und ist heute Trainer in Nizza. (pl)