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Ohne Wut im Bauch: Silvan Dillier macht dieser Tage beste Werbung in eigener Sache

Silvan Dillier jubelt nach seinem Sieg an den Schweizer Strassenmeisterschaft in Affoltern am Albis.

Silvan Dillier jubelt nach seinem Sieg an den Schweizer Strassenmeisterschaft in Affoltern am Albis.

Nach dem Sieg an der Tour du Sud, dem zweiten Platz an der Schweizer Zeitfahr-Meisterschaft wurde Silvan Dillier am Sonntag Schweizer Strassen-Meister. Der Aargauer BMC-Profi macht dieser Tage beste Werbung in eigener Sache.

Sieg an der Route du Sud. Zweiter an der Schweizer Zeitfahr-Meisterschaft. Am Sonntag Schweizer Strassen-Meister. Silvan Dillier fährt seine Gegner in den letzten Wochen regelmässig in Grund und Boden. Es scheint fast, als ob der Aargauer seinen umstrittenen Rauswurf aus dem Tour-de-Suisse-Team von BMC genutzt hat, um mit der Wut im Bauch in die folgenden Rennen zu steigen. Dillier winkt ab: «Ich bin keiner, der denkt, dass er es jetzt jemandem speziell zeigen müsse. Wenn ich wütend bin, fahre ich deswegen nicht besser.»

Dilliers Erfolg am Giro:

Trotzdem: Eine gewisse Genugtuung ist für den 27-Jährigen sicher da – auch wenn er dies öffentlich nie so sagen würde. Aber gibt es eine bessere Antwort, als den Teamverantwortlichen einen unpopulären und unverständlichen Entscheid in Form von Glanzresultaten um die Ohren zu hauen? «Ich wusste, dass ich nach dem Giro und der folgenden Rennpause gut in Form bin», erklärt Dillier sein Hoch. «Deshalb bin ich nicht überrascht, dass es so gut gelaufen ist», sagt er.

Das Strassenrennen am Sonntag um das begehrte rote Meistertrikot mit dem weissen Kreuz glich einer Demonstration. Gleich nach dem Start des gut 200 Kilometer langen Parcours im Zürcher Säuliamt riss Dillier zusammen mit mehreren Fahrern aus. «Ich probierte dann 100 Kilometer vor dem Ziel etwas und machte das beste daraus. Ich konnte die Pace durchziehen», freute sich der Schneisinger nach seinem beeindruckenden Solo-Coup.

Die Highlights der Tour de France 2016:

Best of - Tour de France 2016

  

Die hügelige Strecke – die Fahrer hatten über 3500 Höhenmeter zu bewältigen – war auf den zweifachen Weltmeister im Mannschaftszeitfahren zugeschnitten. Und dahinter kontrollierte das übermächtige BMC-Team – Dilliers Teamkollegen Stefan Küng und Kilian Frankiny fuhren auf die Plätze zwei und drei – das Rennen quasi nach Belieben. Das Feld wies am Ende einen Rückstand von 6:36 Minuten aus.

Gute Verhandlungsposition

Klar ist: Das aktuelle Formhoch kommt für Silvan Dillier zum bestmöglichen Zeitpunkt. Sein Vertrag beim BMC-Team läuft Ende Saison aus. Dilliers Manager Armin Meier hat sich mit dem BMC-Chefunterhändler Jim Ochowicz bereits über die Zukunft seines Klienten unterhalten. Für Silvan Dillier ist klar, dass er, falls er im US-Team mit dem Schweizer Hauptsponsor bleibt, eine prominentere Rolle bekommen muss – sprich vermehrt auf eigene Rechnung fahren darf: «Ich glaube, ich habe jetzt gezeigt, dass ich Rennen gewinnen kann.»

An der Tour de France, die am kommenden Samstag in Düsseldorf beginnt, wird Silvan Dillier nur Zuschauer sein.

An der Tour de France, die am kommenden Samstag in Düsseldorf beginnt, wird Silvan Dillier nur Zuschauer sein.

An der Tour de France, die am kommenden Samstag in Düsseldorf beginnt, wird Silvan Dillier nur Zuschauer sein. Für ihn geht es nach einer Pause mit zwei Rennen in den USA weiter. Für die zweite Saisonhälfte hat er sich vor allem ein Rennen rot im Kalender eingekreist: die Strassen-WM in Bergen (Norwegen) Ende September. Die letzten Wochen haben Lust auf mehr gemacht.

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