In Basel ist das anders: Weder den Grand Prix noch das Championat konnte je ein Schweizer für sich entscheiden. OKPräsident Willy Bürgin konnte noch nie die Schweizer Nationalhymne spielen. Es ist der grösste Wunsch des 81-Jährigen, dass er irgendwann noch erlebt, wie an «seinem» Wettbewerb ein Landsmann triumphiert. Aber warum hat in Basel noch nie ein Schweizer gewinnen können? Und wie stehen die Chancen, dass dieses Jahr alles besser kommt? Das wollten wir von unseren besten Springreiterinnen und Springreitern wissen. Denn irgendwann nimmt jede Serie ein Ende – negative wie positive. Die Hoffnungen bestehen, dass dieses Jahr der Fluch besiegt werden kann. Aber lesen Sie die Einschätzungen der Stars am besten selbst.

Martin Fuchs (25)

«Schwer zu sagen, warum bisher noch kein Schweizer gewinnen konnte. Zwar sind hier sehr wohl die besten Reiter am Start, aber das ist bei anderen grossen Grand Prix – auch in der der Schweiz – ebenfalls so. Es braucht enorm viel, um hier zu gewinnen. Die richtige Ausbildung, eine gewisse Kontinuität auf höchstem Niveau und ein bisschen Glück braucht es auch immer. Es geht manchmal um Zehntelsekunden in unserem Sport. Hoffen wir, dass wir dieses Jahr den Fluch endlich besiegen können. Am liebsten natürlich am GP am Sonntagabend und am liebsten ich selbst (lacht). Ich rechne mir gute Chancen aus mit Clooney (sein Pferd; d. Red.). Steve Guerdat tritt mit Alamo zwar mit einem eher unerfahrenen Pferd an, trotzdem sind seine Chancen intakt. Luciana Diniz oder Markus Ehning – die gesamte Weltspitze ist hier. Es gibt viele Anwärter.»

Martin Fuchs im Einsatz

Martin Fuchs im Einsatz

Janika Sprunger (30)

«Basel am Sonntag ist absoluter Weltklasse-Sport. Die Abstände sind immer minim. Leider hat es noch nie für einen Schweizer Sieg gereicht. Allerdings reiten hier nicht alle Schweizer ihr Spitzenpferd. Wer im Weltcup reitet, nimmt hier vielleicht nicht sein absolutes Spitzenpferd, schont dieses im Januar und Februar ein bisschen. Aber dieses Jahr haben wir gute Pferde dabei. Wir haben zwei, drei Paare, die reelle Chancen auf den Sieg haben. Steve Guerdat ist ein grosser Motivator im Sattel, aber er hat seine zwei besten Pferde nicht dabei. Die besten Chancen auf einen Sieg hat wohl Martin Fuchs mit Clooney. Sie sind sehr eingespielt, sie können Risiko nehmen, weil sie sich in- und auswendig kennen. Clooney ist nicht allzu schnell, aber wenn der Parcours ein bisschen für sie gebaut ist und sie ein wenig Glück haben, können sie gewinnen.»

Janika Sprunger auf Ninyon am CSI Basel

Janika Sprunger auf Ninyon am CSI Basel

Steve Guerdat (35)

«Es gab noch nicht viele Sieger hier. Der CSI Basel ist eines der jüngsten Springreiten, erst seit 2010 in unserer Agenda. Zudem ist das hier in Basel Top-Sport, am Sonntag können 30 bis 35 Reiter gewinnen und es wäre keine Überraschung. Reiten ist nicht wie andere Sportarten, es gibt keine so deutliche Dominanz. Es ist nicht wie im Tennis, wo du einen Satz verlieren kannst. Ein Fehler und alles ist vorbei. Da braucht es immer wieder auch ein bisschen Glück. Und wir Schweizer arbeiten hart dafür, dass es endlich mit einem Sieg klappt. Bis ein Pferd so weit ist, ein solches Springreiten gewinnen zu können, dauert es Jahre. Einer, der soweit ist, ist Martin Fuchs. Er gehört zu den Top-Favoriten, ihm traue ich den Sieg zu. Wenn mir die Qualifikation gelingt, traue ich Alamo viel zu. Auch wenn er noch nicht viel Erfahrung hat.»

Steve Guerdat im Einsatz

Steve Guerdat im Einsatz

Pius Schwizer (55)

«Der CSI Basel findet Anfang Jahr statt. Einige Reiter haben kleinere Pausen hinter sich, starten hier wieder ins Wettkampfgeschehen. Kommt hinzu, dass hier einfach alle teilnehmen wollen und nur die Besten genommen werden. Aber wir haben viele gute Reiter in der Schweiz. Das hatten wir schon immer. Warum also sollte nicht am Sonntag ein Schweizer gewinnen? Martin Fuchs traue ich sehr viel zu. Er ist mit seinem besten Pferd hier. Clooney ist zwar nicht der Schnellste, aber wenn es aufgeht, kann Martin gewinnen. Auch Paul Estermann hat die nötige Erfahrung, Steve Guerdat ist immer ein Kandidat. Und vielleicht schafft ja ein Aussenseiter etwas Unmögliches. Warum nicht Pius Schwizer? Ich habe mein Pferd (About a Dream; d. Red.) langsam aufgebaut, jetzt ist es bereit.»

Pius Schwizer

Pius Schwizer