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Neuer Natitrainer Petkovic: Weder grosser Wurf noch eine Niete

Der neue Natitrainer Vladimir Petkovic (Archivbild).

Der neue Natitrainer Vladimir Petkovic (Archivbild).

Vladimir Petkovic wird nach der WM Nachfolger von Ottmar Hitzfeld. Manche haben auf einen grösseren Namen gehofft. Wer mit ihm gearbeitet hat, spricht nur positiv über ihn. Er hat daher trotz geringem Leistungsausweis eine faire Chance verdient.

Vielleicht haben die einen zu Recht gehofft, Roberto Di Matteo werde die Nachfolge Ottmar Hitzfelds antreten. Ein junger, dynamischer und hochkompetenter Trainer mit engen Beziehungen zur Schweiz. Ein Champions-League-Sieger für einen Champions-LeagueSieger. Andere hätten sich «Welttrainer» wie Guus Hiddink oder vielleicht sogar Giovanni Trapattoni gewünscht. Nun ist es, mit Ansage, Vladimir Petkovic geworden. Grund für Euphorie oder Enttäuschung? Weder noch.

Wir hätten zugegebenermassen eine Lösung mit den vertrauten Marcel Koller oder Lucien Favre bevorzugt, aber die beiden wollten ja nicht. Und so ist nun halt Petkovic als dritte Wahl in die Kränze gekommen; als pragmatische Lösung, weder zum Scheitern verdammt noch ein grosser Wurf.

Der Verband hat aus dem «Fall Koller» gelernt und seine Wahl dieses Mal in Ruhe getroffen. Dies ist schon mal gut, wie auch die Tatsache, dass in den Verbandsgremien die Opposition gegen Petkovic bescheiden war. Und vermutlich ist es auch richtig, Petkovic dem verbandsinternen Kandidaten Pierluigi Tami vorzuziehen.

Aber es stimmt natürlich: Es haben beim SFV schon Trainer angeheuert mit mehr Titeln im Rucksack als Petkovic. Dessen Leistungsausweis gibt nicht Anlass zum Staunen. Dies ist indes auch bei Köbi Kuhn nicht anders gewesen; und doch ist es damals gut gekommen.

Überdies: Man kann über Petkovic sprechen, mit wem man will; alle, die schon mal mit ihm gearbeitet haben, finden nur positive Worte. Mit Petkovic bekommt die Schweiz einen fachlich ausgewiesenen Trainer, einen Taktiker, einen intelligenten Mann, der auch abseits des Fussballs eine interessante Vita hat. Und der es bei aller Skepsis verdient, eine faire Chance zu bekommen.

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