Die Erkenntnisse aus dem Spiel Real-Bayern sind simpel. Grossartiges Spiel – aber wieder einmal eines, das wegen falscher Schiedsrichter-Entscheidungen in den Hintergrund gerückt ist. Beide Teams waren Opfer von Fehlern. Logisch, dass sich der Verlierer eher empört. Man könnte nun wieder einmal darüber diskutieren, ob es den Video-Beweis braucht oder nicht. Aber diese Diskussion ist vorbei. Endgültig. Es wurde genug getestet. Erfolgreich getestet.

Christiano Ronaldo erzielte das 2:2 aus einer Offsideposition.

Das fragliche Tor aus einem anderen Blickwinkel.

Die Frage ist nun aber: Wie soll man den Video-Beweis einsetzen? So knapp wie möglich? So ausführlich wie möglich? Und wie besänftigt man jene Skeptiker, die Angst haben, ein Spiel dauert fortan bis 4 Uhr morgens, wenn man nach jedem Foul nachschauen müsse, ob eine gelbe Karte gerechtfertigt wäre?

Klar ist: Der Video-Beweis muss bei jeder spielentscheidenden Szene zum Einsatz kommen. Also bei diesen Fragen: Tor oder nicht Tor? Penalty oder nicht Penalty? Platzverweis oder nicht Platzverweis? Abseits oder nicht Abseits? Zusätzlich könnte man sich überlegen, ob Trainer einmal pro Spiel eine Einspruchsmöglichkeit erhalten, um bei Entscheiden zu Freistössen, Eckbällen oder sogar Einwürfen zu intervenieren. Dafür könnten sie beispielsweise eine Auswechslung verlieren.

Die Handhabung beim Abseits ist wohl am kniffligsten. Was nämlich, wenn ein Stürmer alleine aufs Tor läuft – und fälschlicherweise abgewunken wird? Die Szene nochmals nachspielen, geht auf keinen Fall. In der Praxis müssten die Assistenten angehalten werden, nur dann auf Abseits zu entscheiden, wenn die Situation glasklar ist. Dem Fussball schaden tut das nicht. Im Gegenteil. Die Fans kommen dadurch in den Genuss von mehr Torszenen.

Dass alles ziemlich reibungslos funktioniert, hat das Testspiel Frankreich - Spanien Ende März gezeigt. Die Schiedsrichter lagen bei drei entscheidenden Szenen (Abseits-Tor, Penalty, aberkanntes Tor) erst falsch, fanden aber dann dank der Hilfe eines Video-Richters doch noch zur korrekten Entscheidung. Die Unterbrüche dauerten maximal 50 Sekunden. Das ist vernachlässigbar. Und deshalb muss es in Zukunft in jedem wichtigen Spiel auch so laufen.

So einfach kann der Video-Schiedsrichter intervenieren: Antoine Griezmans vermeintliches Tor wird nach Befragung des Video-Schiedsrichters aberkannt.