«Das Rennen findet statt», verkündeten die Organisatoren gestern vor den Medien. Am Sonntag, 10. Juni werden die Elektrorennautos durchs Zürcher Enge-Quartier kurven. Daran ändert auch eine Stimmrechtsbeschwerde nichts, die Ende Jahr beim Bezirksrat eingereicht wurde. Die Beschwerde hat laut Organisatoren keine aufschiebende Wirkung.

Das erste Rundrennen in der Stadt seit 1954 werde ein historischer Anlass, sagt Alejandro Agag. Der Spanier ist CEO der Formula E Holding und bewirbt die Meisterschaft. Dass der Rennzirkus mit Elektroantrieb nach Zürich zurückkehre, passe zur Stadt und ihren Ambitionen, eine «Clean-Air-City» zu werden. Die Schweiz sei ein Schlüsselland, weshalb man sich bemühe, Zürich auch künftig im Rennkalender zu behalten – oder wie Agag sagt: «Zurich is a keeper.»

Die Organisatoren sind auf Kurz – und wollen die Formel-E-Rennen langfristig in Zürich durchführen.

Die Organisatoren sind auf Kurz – und wollen die Formel-E-Rennen langfristig in Zürich durchführen.

Speedstrecke am Mythenquai

Der Stadtrat hat die Bewilligung für das Rennen bereits im Herbst erteilt. Nun erarbeiten die städtischen und kantonalen Abteilungen die Detailbewilligungen etwa zum Sicherheitskonzept. Die Organisatoren haben die Eingaben rechtzeitig gemacht, sagt Pascal Derron, Leiter des Julius Baer Zurich E-Prix 2018. Nun heisse es: «Mit voller Kraft voraus».

Auch die 2,46 Kilometer lange Rennstrecke steht nun fest. Start ist am Hafen Enge, auf der Geraden am Mythenquai beschleunigen die Fahrer bis auf 220 Kilometern pro Stunde, biegen in die Stockerstrasse ein und kehren via Alfred-Escher-Strasse und einer Spitzkehre zurück zum Hafen. So findet das Rennen zwar im Stadtzentrum statt, beeinträchtigt das Tramnetz aber nur am Rande.

Die Rennstrecke besteht aus elf Kurven, zwei Schnellfahrtstrecken und schmalen sowie breiten Abschnitten.

Die Rennstrecke besteht aus elf Kurven, zwei Schnellfahrtstrecken und schmalen sowie breiten Abschnitten.  

Entgegen anfänglicher Vermutungen müssen keine Tramschienen entfernt werden, um die Zürcher Strassen renntauglich zu machen. Tests hätten gezeigt, dass die Rennautos problemlos über die Schienen fahren können: «Für die Fahrer wird das ziemlich aufregend», sagt Agag. Allerdings werden Strassenschilder entfernt und grosse Betonelemente zur Absperrung der Sicherheitszone aufgebaut.

Auch Verkehrsinseln müssen weichen und sollen laut Derron danach wieder so installiert werden, dass sie bei einer Wiederholung des Rennens einfacher entfernt werden können. Die Installationsarbeiten starten Ende Mai. Derzeit laufen die Ausschreibungen. Obwohl man eng mit der Stadt zusammenarbeite, laufen diese über die Organisatoren: «Ich schreibe aus, bestelle und bezahle», sagt Derron.

Die Einschränkungen für die Anwohner sollen minimal bleiben. Der Zugang für Anwohner, Fussgänger und Velofahrer sei jederzeit gewährleistet. Die Nachbarn werden mit Informationsveranstaltungen auf dem Laufenden gehalten.

Festivalstimmung im E-Village

Gesperrt werden die Strassen am Rennwochenende von Freitagnacht bis Montagmorgen. Am Donnerstag werden die Formel-E-Boliden in Zürich eintreffen. Am Samstag werden die Kameraeinstellungen getestet, am Sonntagmorgen findet die Qualifikation statt. Ernst gilt es am Sonntagabend. Für die Zuschauer gebe es zwar keine Sitze an der Rennstrecke, aber eine Zone, um beim Rennen dabei zu sein. Der Zugang ist gratis, wie auch derjenige zum E-Village, wo Festivalstimmung aufkommen soll, wie Agag sagt. Dort werden neben den E-Rennwagen andere zukünftige Technologien präsentiert wie Roboter, Virtuelle Realität und Drohnen.

2000 bis 2500 Personen werden für den Zurich E-Prix arbeiten. Derzeit sucht Derron noch Mitarbeiter, Freiwillige und «Grid Kids», die beim Start den Fahrern zur Seite stehen.