Modus-Debatte
Playoff-Frage sorgt im Schweizer Fussball für einen Röstigraben

An der Generalversammlung in Bern entscheiden am Freitag die Klub-Vertreter über den neuen Modus. Während die Welschen und die Tessiner für Playoffs sind, hat sich in der Deutschschweiz die Meinung geändert. Nun wird es sehr knapp.

Raphael Gutzwiller
Drucken
Fans wie hier die Supporter der Berner Young Boys haben gegen die Playoffs fast 60'000 Unterschriften gesammelt.

Fans wie hier die Supporter der Berner Young Boys haben gegen die Playoffs fast 60'000 Unterschriften gesammelt.

Alessandro Della Valle / Keystone

Soll der Schweizer Meister künftig in einem Meister-Playoff ermittelt werden oder nicht? An dieser Frage scheiden sich derzeit im Schweizer Fussball die Geister. An der Liga-Generalversammlung am Freitag in Bern entscheiden die zwanzig Vertreter von Super- und Challenge League definitiv über den neuen Fussball-Modus, der ab kommendem Sommer gelten wird.

Eigentlich haben sich die Klubvertreter im vergangenen Mai mit 16:4 deutlich für den Playoff-Modus ausgesprochen, doch noch vor dem Start des neuen Modus könnte der Entscheid wieder umgestossen werden. Nach einem Antrag von FC-Zürich-Präsident Ancillo Canepa entscheiden die Klubs nun zwischen zwei verschiedenen Ligasystemen, wobei klar ist, dass die Aufstockung auf zwölf Teams fix ist. Neben dem «Playoff-Modus», in welcher die beiden Besten der Liga in einem «Best of three» den Meister ermitteln würden, steht neu der sogenannte «Schottische Modus» zur Wahl. Wie in der Schottischen Premiership würde die Liga nach 33 Runden in die ersten sechs und die hinteren sechs eingeteilt, um in dieser Gruppe noch einmal fünf Spiele zu bestreiten. Dieser Modus stand bereits 2020 zur Debatte, wurde damals aber wie die Aufstockung jedoch von den Klubvertretern noch verworfen.

Der Playoff-Modus

Der Schotten-Modus

Auch wegen grossem Widerstand der Fans ist die Gefühlslage inzwischen eine andere. Fast 60000 Fans haben eine Online-Kampagne gegen Playoffs im Fussball unterschrieben, zudem machten die Fankurven Stimmung gegen den neuen Modus. Neben Zürich, Luzern, Thun und den Young Boys, die schon im Mai gegen die Playoffs waren, ist der Anteil an Playoff-Gegnern gestiegen. So haben sich mit St. Gallen und Winterthur zwei Super-League-Vereine umentschieden, die über eine grosse Anhängerschaft verfügen. Neu sollen auch die deutschsprachigen Challenge-League-Klubs Aarau, Wil, Schaffhausen gegen die Playoffs sein, genau so wie Vaduz. Die Vertreter aus der zweithöchsten Liga hatten sich im Mai noch der Mehrheit angeschlossen, da für sie die Aufstockung auf 12 Teams entscheidend war.

Zahlreiche Fussball-Fans lehnen die vorgesehenen Playoffs in der Super League vehement ab. Im Bild: GC-Fans im Zürcher Derby.

Zahlreiche Fussball-Fans lehnen die vorgesehenen Playoffs in der Super League vehement ab. Im Bild: GC-Fans im Zürcher Derby.

Keystone

Ganz anders sieht es bei den sechs Welschen und den beiden Tessiner Klubs aus. Sie sollen sich laut «Blick» geschlossen für die Playoffs aussprechen. Für einen Umsturz des Entscheids aus dem Mai wird es also eng, zumal bei einem Remis von 10:10 die Playoffs Tatsache würden. Das Zünglein an der Waage könnten die deutschsprachigen Basel und GC spielen.