Wasserfahren

Zwischen Betagten wachsen allmählich Blüten heran

Marcel Kohler bildet mit Roland Keller wiederum das Dietiker Topduo.

Marcel Kohler bildet mit Roland Keller wiederum das Dietiker Topduo.

Die Pontoniere Dietikon blicken dem «Eidgenössischen» hoffnungsvoll entgegen – nicht unbedingt aus sportlicher Sicht. Denn erstmals seit vielen Jahren, werden wieder viele junge Athleten am Start sein.

Ivo Isenring blickt prüfend aus dem Fenster des schmucken Vereinshauses. Die reissende Limmat führt dieser Tage viel und dreckiges Wasser, die Folgen der starken Niederschläge der letzten Zeit. Wer – wie der Pressechef Isenring – ein altgedienter Pontonier ist, lässt sich davon aber nicht beirren und bestellt seinen Fahrpartner zum Training. «Die Verhältnisse sind an der oberen Grenze – aber nicht darüber», erklärt er mit einem Lächeln.

Fischessen

In den letzten Jahren erhielt man den Eindruck, dass sich mindestens zwei Sachverhalte in Dietikon nie ändern werden: In der Limmat fliesst Wasser – und die ansässige Pontoniersektion wird immer älter. Letzteres könnte überholt sein. Draussen vor dem Haus machen vier Jugendliche Trockenübungen. Zum Saisonhöhepunkt, dem Eidgenössischen Wettfahren am letzten Juniwochenende, sollen sie mit den Routiniers im Sektionsfahren antreten.

Wieder einmal ein «Weidling»

In jenem stellt jeder Verein mehrere Crews mit je vier Mann. Wenn eines der Boote ein kleinerer Weidling – für Fahrer unter 20 Jahren – ist, gibt das einen Bonus: eine Art Prämie für Jugendförderung. Die Dietiker hatten gemäss Isenring seit mindestens zehn Jahren keinen Weidling mehr im Sektionsfahren am Start. Inmitten der betagten Männer wächst also etwas heran.

Zu den vier Jungfahrern gehört das Duo Nicola Keller (15) und Nuri Schmed (16), das in den vergangenen Jahren im Nachwuchs mit einigen Erfolgen aufwartete. Nicola ist der Sohn von Roland Keller, der mit Marcel Kohler das Eidgenössische Paarfahren 2009 gewann. Drei Jahre später verpassten die Titelverteidiger nach einem schweren Fehler sogar die Kranzauszeichnung. Nun tritt das langjährige Dietiker Topduo an, diese Scharte auszuwetzen.

Mühe mit dem Rhein

Die Vorzeichen versprechen allerdings nicht viel. Das Problem ist das Wettkampfgewässer in Mumpf AG. «Wir hatten mit dem Rhein immer Mühe. Er ist bis zu 200 Meter breit, was längere Ruderzüge erfordert, als wir es uns gewohnt sind», erklärt Pressechef Isenring. Die Dietiker stemmen sich an der schweizerisch-deutschen Grenze also nicht nur gegen die Ruder, sondern auch gegen den Heimvorteil.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1