Kunstturnen

Zwischen Affen, Turnen und der ETH

Mika Hodel verbringt 23 Stunden pro Woche im Training in Rümlang. tga

Mika Hodel verbringt 23 Stunden pro Woche im Training in Rümlang. tga

An den Testtagen in Wil machte der Oberengstringer Mika Hodel als bester Zürcher seines Jahrgangs und dem vierten Rang auf sich aufmerksam. Heute verfolgt der 13-Jährige wieder neue grosse Ziele.

Wenn nicht alles anders gelaufen wäre, würde Mika Hodel in ein paar Jahren als Politiker in den Regenwälder Brasiliens für den Fortbestand der Tropenbäume kämpfen und einen Affen als Haustier halten. Aber vor neun Jahren ist eben alles anders gelaufen.

Der damals vierjährige Oberengstringer begleitete seine Eltern immer wieder in die von ihnen geleiteten Geräteturnstunden und fand Gefallen an dem Sport. Die Anfänge im Kunstturnen machte Hodel in Neuenhof. Niemand Geringerer als Josef Thomann, der ehemalige Coach von Kunstturnprofi Niki Böschenstein, war dort auch Trainer von Hodel. «Ich hatte schon damals viel Erfolg», blickt der junge Sportler auf seine Anfänge zurück. Nach Thomanns Tod kam für das junge Talent der Wechsel ins Leistungszentrum Rümlang.

Seine Lesitungen lassen sich sehen

Dort trainiert er seit zehn Monaten unter der Leitung von Viktar Daronin. Die Leistungen von Hodel lassen sich sehen: 2007 gewann er die Schweizer Juniorenmeisterschaften und am Zürcher Testtag vor einem Jahr holte er Gold. In den nächsten Tagen wird entschieden, ob der Limmattaler weiterhin im Kader turnen darf.

Kunstturner Mika Hodel in Aktion

Kunstturner Mika Hodel in Aktion

Für solche Leistungen sind auch bei Talenten wie Mika Hodel viele Trainingsstunden gefragt – genauer gesagt 23 pro Woche. Viel Disziplin für einen Heranwachsenden. So muss Hodel, wenn er nicht gerade am Turnen ist, in der knapp bemessenen Freizeit den verpassten Schulstoff nachholen. «Das geht nur mit der Unterstützung von meinem Lehrer und meinen Eltern.» Den Ausgleich findet Hodel, was nicht sonderlich verwundert, im Sport. Breakdance und das Turnerchränzli seines Vereins Weiningen lassen den Schüler den Leistungsdruck zeitweilig vergessen.

«Ich möchte später in St. Gallen oder an der ETH studieren», präsentiert der junge Turner seine schon sehr erwachsenen Zukunftspläne. Sportlich will der ambitionierte Oberengstringer natürlich auch ganz oben mitmischen: «Im P5 möchte ich an den Schweizer Meisterschaften unter die ersten zehn gelangen. Und dann irgendwann mal im Nationalkader turnen.» Bei diesem Thema taucht wieder der ernste und konzentrierte Blick auf dem jungen Gesicht auf. Wenn sich der 13-Jährige dann aber am Reck in die Höhe schwingt, ist die unbeschwerte Freude wieder da und zum grossen Glück scheint nur noch der Affe zu fehlen.

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