2. Liga
Zweitligist Urdorf dreht Spiel gegen Seefeld II vom 0:2 zum 3:2

Auswärtssieg beim direkten Konkurrenten Seefeld II: Der FC Urdorf gewinnt damit drei seiner letzten vier Spiele. Und zerrt neuerdings von einem lange nicht mehr spürbaren Selbstvertrauen.

Rainer Sommerhalder
Drucken
Teilen
Nicht zu stoppen: Urdorfs Jean-Bosco Tibiti erzielt den Siegtreffer.rs

Nicht zu stoppen: Urdorfs Jean-Bosco Tibiti erzielt den Siegtreffer.rs

Bester Beweis dafür das Fazit von Trainer Röbi Rhiner nach dem 3:2-Erfolg: «Wir haben auch schon besser gespielt und verloren.» Das Schützenfest vor einer Woche (6:1 gegen Unterstrass) war Segen und Fluch zugleich. Fluch, weil die Stiere gegen Seefeld zum ersten Mal in dieser Saison überheblich auftraten. «Bei uns hat die Einstellung zu Beginn überhaupt nicht gestimmt. Wir waren zu faul mit den Beinen und zu flink mit der Zunge», sagte Rhiner. Will heissen: Bewegung im Schneckenmodus, kaum gewonnene Zweikämpfe und viel zu wenig kompakt im Mannschaftsgefüge. Dafür Kopfschütteln bei gegnerischen Chancen und jede Menge Kommentare zu den Aktionen der Mitspieler.

Nach Rückstand gefangen

Die Folge: zwei blitzsauber herausgespielte Treffer von Seefeld. Beide Male stimmte es in der zentralen Abwehr überhaupt nicht. Beim 1:0 ging Kahrom nach einem Angriff über rechts im Zentrum komplett vergessen. Beim 2:0 spazierte Verteidiger Schmidt reihenweise an Spalier stehenden Gegenspielern vorbei und traf aus 25 Metern genau ins rechte obere Eck. Der Jubel der Stadtzürcher über dieses Traumtor war eine Spur zu ausgelassen. Man verlor vorübergehend die Konzentration und mit der ersten gelungenen Offensivaktion verkürzte der bullige Urdorfer Mittelstürmer Tibiti nach einer halben Stunde zum 2:1. Es war ein schnörkelloser Angriff fürs Lehrbuch. Zuspiel zu Adilovic im zentralen Mittelfeld, dieser leitete steil weiter zu Tibiti, welcher mit einem cleveren Lob über den herauseilenden Torhüter Schnyder traf.

Segen, weil Urdorf auch beim 0:2 weiter an sich glaubte. Die beiden Siege zuletzt haben Selbstvertrauen gebracht. In der Pause wurde Klartext gesprochen. «Jeder hat kapiert, was es braucht für ein positives Resultat», sagte Rhiner. Urdorfs Mannschaft konnte den Schalter umlegen, kam wie verwandelt aus der Garderobe. Jetzt hatten die Offensivaktionen Hand und Fuss. Und sie waren von Erfolg gekrönt. Zuerst sorgte Pasinelli mit seinem Nachschuss im Anschluss an einen Eckball für den Ausgleich (52.), dann fasste sich Tibiti nach einer Flanke ein Herz und wuchtete den Ball mittels Direktabnahme unhaltbar in die entfernte Ecke des Torhüters.

Zwar war damit der offensive Zauber der Urdorfer wieder vorbei, doch gegen ein zunehmend ratloses Seefeld reichte die jetzt solide Defensive zur Siegsicherung. Die Gastgeber lösten zwar die Innenverteidiger-Position auf, doch ihr Ansturm in den letzten 20 Minuten brachte nicht mehr als eine kapitale Chance hervor. Mbongo traf das Tor aber nicht. Auf der Gegenseite musste sich der Torhüter bei einem Pasinelli-Kopfball ziemlich lang machen (83.).

Tibiti und Adilovic überragend

Zwei Urdorfer hatten sich Exralob verdient: Torjäger Tibiti mit seiner beinahe hundertprozentigen Chancenauswertung und der Funktion als nimmermüder Wühler sowie Mittelfeld-Stratege Adilovic mit seiner Laufbereitschaft und einer klugen Balance zwischen Offensivaktionen und defensiver Stabilität. «Ich habe Krämpfe bekommen, also bin ich wohl ziemlich viel gelaufen», sagte ein müder Adilovic nach dem Spiel. «Wir haben viel mehr Ruhe und Selbstvertrauen als vor einem Monat. Dazu hat auch der Trainer viel beigetragen», gab der Spieler die Blumen weiter.