Klettern
Zwei wie Pech und Schwefel: Petra Klingler und Rebekka Stotz

Mit Petra Klingler und Rebekka Stotz starten zwei Limmattalerinnen an der Boulder-WM in München. Die beiden kennen sich seit Jahren und haben oft gemeinsam trainiert.

Fabio Baranzini
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Zwei, die sich blind verstehen: Rebekka Stotz (links) mit Trainings-Kollegin Petra Klingler.

Zwei, die sich blind verstehen: Rebekka Stotz (links) mit Trainings-Kollegin Petra Klingler.

Fabio Baranzini

Übermorgen gilt es ernst. Zwei Tage nachdem die Schweizer Kletterdelegation im Bus nach München gereist ist, steht für Rebekka Stotz (22, Urdorf) und Petra Klingler (22, Bonstetten) im Münchner Olympiastadion die Qualifikation für die Boulder-WM auf dem Programm. Beide möchten die Halbfinals erreichen, Boulderspezialistin Klinger träumt gar vom Final der besten sechs. «Ich durfte letztes Jahr beim Weltcup im München im Final vor rund 3000 Zuschauern antreten. Das war eine super Erfahrung, die ich gerne noch einmal machen würde», sagt sie.

Hinter ihre Form muss allerdings ein Fragezeichen gesetzt werden. Wegen einem Ödem im Fuss musste die Sportstudentin nach der Weltcupsaison zwei Wochen pausieren. Ausgeheilt ist die Verletzung deswegen allerdings noch nicht. Mittlerweile hat Klingler die Probleme zwar unter Kontrolle, ihre volle Leistungsfähigkeit hat sie aber noch nicht wieder erlangt. «Das explosive Abspringen und das Laden nach dem Sprung sind nicht optimal. Wenn es mir aber gelingt, dies aus dem Hinterkopf zu verdrängen, kann ich trotzdem stark klettern», sagt Klingler, die die Weltcupsaison im Bouldern unter den besten Zehn abgeschlossen hat.

Aufgrund des zeitintensiven Physiotherapie-Studiums in Landquart ist auch Rebekka Stotz in diesem Jahr weniger zum Trainieren gekommen. Sie nutzte vor allem die Wochenenden für intensive Trainingseinheiten, musste aber deswegen auf einige Wettkämpfe verzichten. Obwohl sie eigentlich mehr Zeit für das Lead-Klettern aufgewendet hat, hat sie in diesem Jahr im Bouldern ihre besten Resultate erzielt. Beim Weltcup in Grindelwald – einem von nur zwei Boulder-Wettkämpfen in dieser Saison – hat die Urdorferin den sechsten Rang erreicht. Für die WM in München hat sie sich trotzdem keine spezifischen Ziele gesteckt. «Ich will einfach gut klettern. Wenn mir das gelingt, liegt der Halbfinal drin», sagt Stotz.

Das sagt Petra Klingler

über Rebekka Stotz:

«Bevor wir mit dem Studium an zwei völlig verschiedenen Orten begonnen haben, trainierten wir viele Jahre zusammen. Diese Einheiten haben mich immer gepusht. Von Rebekka konnte ich viel lernen, gerade wenn es darum ging, offener zu denken, was die Routenwahl betrifft. Teilweise passiert es mir heute, dass ich während dem Klettern schmunzeln muss, weil ich genau weiss, dass dies eine typische Rebekka-Lösung ist und ich diese nur dank ihr überhaupt kenne. Oft wäre ich in diesen Situationen allerdings froh, wenn ich so beweglich wäre wie Rebekka. (lacht) Wir sind uns sehr ähnlich. Wahrscheinlich verstehen wir uns auch deswegen so gut. Ich glaube, dass Rebekka an der WM in München für eine Überraschung gut ist.»

Das sagt Rebekka Stotz

über Petra Klingler:

«Ich will unbedingt ihren Bizeps haben. (lacht) Zuletzt konnte ich zwar auch ein wenig an Kraft zulegen, aber trotzdem wäre ich manchmal froh, ich hätte die Kraft, die Petra in ihren Armen hat. Die gemeinsamen Trainingseinheiten waren für mich immer sehr motivierend. Gerade wenn die Trainings am Morgen stattgefunden haben, wäre ich wohl ohne sie deutlich weniger in der Halle gewesen – denn ich bin überhaupt kein Morgenmensch. Es ist schade, dass wir uns derzeit weniger oft sehen und weniger gemeinsam trainieren können. Trotzdem haben wir immer eine super Zeit, wenn wir uns treffen. Ich bin mir sicher, dass Petra an der WM den Final erreichen wird, wenn es ihr gut läuft. Und in zwei Jahren wird sie dann sogar auf dem WM-Podest stehen.»