Gymnaestrada
Zwei Urdorferinnen schaukeln durch die Gymnaestrada

Zwei Urdorferinnen schaukeln durchs Weltturnfest. Ihren grossen Auftritt hatten Alice Bechtiger und Carole Jobin bereits am Montag. Der Schweizer Abend im Sportzentrum Malley war einer der Höhepunkte der Gymnaestrada.

Andreas Fretz, Lausanne
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Carole Jobin und Alice Bechtiger vor dem Brunnen im Lausanner Beaulieu

Carole Jobin und Alice Bechtiger vor dem Brunnen im Lausanner Beaulieu

Andreas Fretz

Die 25-jährigen Studentinnen der Uni Zürich waren Teil davon. Mit der Gruppe Swiss Rings schaukelten sie sich in die Herzen der Zuschauer. 70 Turnerinnen und Turner demonstrierten ihr Können an den Schaukelringen und bildeten mit ihrem Auftritt den Auftakt der zweistündigen Gala, die live im Fernsehen übertragen wurde.

«Das Publikum war einfach mega», sagen die beiden. Nach ihrem Auftritt brauchten sie einige Stunden, um wieder runterzukommen, um das angestaute Adrenalin abzubauen, die Hühnerhaut zu glätten. Bis tief in die Nacht wurde in den Garderoben gesungen und gefeiert und das Erlebte verarbeitet.

«Der ganze Auftritt verlief wie ein Film», erzählt Bechtiger, «die Zeit verging unglaublich schnell. Und zack bumm, war alles vorbei.» Doch mit dem Schweizer Abend endete die Zeit in Lausanne keineswegs. Wie der überwiegende Teil der knapp 20000 Teilnehmer verbringen Bechtiger und Jobin die gesamte Woche in Lausanne. Viele Gruppenvorführungen haben sie sich angesehen, weitere Länderabende besucht und einen Schiffsausflug unternommen. Und zwischendurch hat Kunstgeschichts-Studentin Bechtiger pflichtbewusst eine Seminararbeit abgegeben.

Natürlich bleibt auch Zeit fürs Nachtleben. Beim Vorgespräch am Telefon bittet Jobin darum, den Interview-Termin vorzugsweise auf den Nachmittag zu legen. Nicht umsonst heisst es, dass Lausanne Zürich den Rang als Party-Stadt Nummer 1 abläuft. Am Abend vergnügen sich die Gymnaestrada-Teilnehmer vor allem am See. In der Nacht trifft man sich in den Clubs, in denen jeder, der einen Gymnaestrada-Pass um den Hals baumeln hat, freien Eintritt geniesst. «Dadurch bleibt Geld für die Taxifahrt nach Hause übrig», nennt Jobin einen der Vorzüge des Weltturnfests.