Vierter Platz und acht Punkte Rückstand auf den Tabellenführer der 2. Liga, Blue Stars Zürich: Die Schlieremer können mit der Hinrunde zufrieden sein. Sie haben sich in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. Ein erklärtes Ziel von Trainer Davide Molinaro für die am kommenden Dienstag startende Rückrunde. «Wir möchten am Ende der Saison unter die Top 5 kommen», sagt er.

Doch leicht dürfte dieses Ziel nicht zu erreichen sein. Denn Schlieren musste wichtige Spieler ziehen lassen. So wird Souhel Muhi, mit zehn Toren erfolgreichster Torschütze der Limmattaler in der Hinrunde, künftig ausgerechnet für Ligakonkurrent Blue Stars auflaufen. «Souhel wollte eine Veränderung und ist natürlich ein begehrter Spieler», erklärt Molinaro.

Und Emanuele Preite, der in der Hinrunde immerhin sechsmal für Schlieren getroffen hat, legt eine Pause ein. Für Muhi und Preite haben die Limmattaler Salvatore Lombardo und Mario Bucciarelli verpflichtet. Lombardo hat bisher für die Blue Stars gespielt und für die Zürcher in der Hinrunde drei Tore geschossen. Bucciarelli stösst von der zweiten Mannschaft des FC Thalwil zu den Limmattalern. «Ich habe ihn einst in Thalwil trainiert», sagt Molinaro. Für ihn sind die beiden neuen Stürmer auch ein Paradigmenwechsel. «Mit Souhel und Emanuele hatten wir zwei bullige, kräftige Angreifer», erklärt Molinaro. «Jetzt setzen wir auf zwei flinke, agile Stürmer.»

Doch nicht nur in der Offensive hat sich der FC Schlieren personell verändert. Auch Fabio Santurbano (Pause), Roman Hess (United Zürich II) und Claudio Studer (Oetwil-Geroldswil) gehören nicht mehr zum Kader; ebenso wenig wie Denis Hodzici, der zum Lokalrivalen Birmensdorf gewechselt ist. Dafür sind Eric Arakhandia (einst beim FC Dietikon), Gonçalo Vieira Marques (YF Juventus II) und Remy Madörin (FC Birmensdorf) neu in der Mannschaft. Auch Nemanja Miskovic (FC Srbija Zürich) und Alberto Cammarota, der sozusagen reaktiviert wurde, spielen neu für die Schlieremer. Insgesamt glaubt Molinaro, dass die Neuen mittel- und langfristig der Mannschaft guttun werden. «Sie geben Gas», lobt er.

Gas geben muss auch der FC Birmensdorf. Die Birmensdorfer stehen zum Rückrundenstart auf einem Abstiegsplatz (Rang 12) und haben zwei Punkte Rückstand auf den Strich. Zudem haben sie mit Yannick Gaspar einen Stammspieler verloren. Ebenfalls nicht mehr für Birmensdorf spielen wird Remy Madörin, der wie erwähnt jetzt für Schlieren spielt. Dafür hat Birmensdorf neben Denis Hodzici gleich drei weitere neue Spieler verpflichtet: Raphael Drobi (FC Schlieren 2), Tim Stucki (Urdorf) und Fhelippe Batista (zweite Mannschaft). «Ich denke, wir sind qualitativ besser als noch in der Vorrunde», sagt Birmensdorf-Trainer Goran Gasic.

Erstes Spiel am Dienstag

Sowohl für Schlieren als auch für Birmensdorf beginnt die Rückrunde jeweils mit einer wegweisenden Partie. Birmensdorf wird das erste Spiel der Rückrunde gegen Einsiedeln bestreiten. Die Schwyzer belegen den 10. Platz und haben nur drei Punkte Vorsprung auf die Limmattaler. Mit einem Sieg könnten die Birmensdorfer also die Abstiegsplätze verlassen. «Wir wollen gewinnen», verrät Gasic, «aber mit einem Punkt könnten wir wohl auch zufrieden sein.» Nicht dabei sein wird wahrscheinlich Giuseppe Sorrentino. Der Stürmer befindet sich nach einer Verletzung noch im Aufbau.

Für Schlieren geht es zum Rückrundenauftakt gegen die Blue Stars – gegen das Team also, für das Souhel Muhi jetzt spielt. Trainer Davide Molinaro erwartet eine schwierige Partie: «Die Blue Stars sind die Favoriten», sagt er, «aber wir möchten auch gegen die Blue Stars gewinnen – so wie gegen jedes andere Team.»