Die Überraschung dürfte nicht nur bei den Handballerinnen des TV Schlieren gross gewesen sein. Weil die SG Limmat/HCDU und Pfadi Regensdorf nicht aufsteigen wollten, kamen die drittplatzieren Schlieremerinnen zum Handkuss und durften in die 2. Liga promovieren.

Die Freude darüber war derart gross, dass es im Team auch keine Rolle spielt, eine Spielklasse höher als krasser Aussenseiter zu gelten. «Wir wollen einfach mal etwas 2.-Liga-Luft schnuppern und so viele Erfahrungen wie möglich sammeln», formuliert Trainer Antonio Ciccarese die Zielvorgabe und ergänzt: «Der Ligaerhalt wäre natürlich das Grösste.»

Dünne Personaldecke

Spätestens nach dem Gespräch mit dem Schlieremer Übungsleiter wird klar, dass die anstehende Saison für die Aufsteigerinnen kein Zuckerschlecken wird. Für Ciccarese ist spgar jede knappe Niederlage «wie ein Sieg für uns».

Für das Abenteuer 2. Liga steht dem ehemaligen NLB-Schiedsrichter nahezu die selbe Mannschaft  wie vergangene Saison zur Verfügung. «Einzig eine Spielerin, die schon öfters bei uns reingeschnuppert hat, spielt neu bei uns», sagt Ciccarese.

Damit stehen zwölf Spielerinnen im Kader der Schlieremerinnen. «In Anbetracht, dass 14 Frauen auf ein Matchblatt dürfen, ist das Team nicht unglaublich gross», gibt der Coach zu bedenken.

Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass Schlieren aufgrund von geschäftlichen Absagen ein Training auslassen muss – bei einer Trainingseinheit pro Woche eher suboptimal.

Bereits im ersten Saisonspiel bei Uznach zeigte der Aufsteiger gute Ansätze, musste sich aber letztlich klar mit 13:23 geschlagen geben. Ciccarese war zufrieden: «Das Resultat widerspiegelt die Leistung keineswegs. Wir haben dem Gegner lange Zeit Paroli geboten. Weil in den letzten 20 Minuten aber unsere einzige Auswechselspielerin verletzt ausfiel, brachen wir am Schluss verständlicherweise ein.»

HCDU: Aufstieg als Ziel

Vielversprechender gestaltet sich die Ausgangslage beim HC Dietikon-Urdorf, Nach einem fünften Platz in der Vorsaison sieht man sich beim HCDU durchaus gerüstet, um die vorderen Plätze mitzuspielen: «Mit unserer Qualität und der Breite im Kader ist es sicher nicht vermessen, den Aufstieg anzupeilen», sagt Marco Wyttenbach, «wenn wir als Kollektiv zusammenwachsen, sind wir schwer zu schlagen.»

Diesen Anspruch untermauerten die Limmattalerinnen bereits im ersten Saisonspiel beim Vorjahresmeister Zürisee. Mit einem über weite Strecken überzeugenden Auftritt und einem 21:20-Sieg konnte der HCDU seine ersten beiden Punkten verbuchen.

Cupspiel an den Favoriten

Im Cupderby gegen Schlieren doppelte der Geheimfavorit mit einem 26:22-Erfolg gleich nach. Wyttenbach zeigt sich aber überrascht, ob der Leistung des Aussenseiters: «Wenn Schlieren so weitermacht, können sie in unserer Liga gut mitspielen.»

Einziger Wehrmutstropfen im HCDU-Lager ist die anscheinend schwere Verletzung von Torhüterin Samira Gallo (Verdacht auf Kreuzbandriss). Schlieren-Trainer Ciccarese zeigt sich als fairer Sportsmann: «Wir alle wünschen Samira eine schnelle Genesung.»

Man schätzt sich in einer Meisterschaft, wo die Ansprüche der Limmattaler Teams unterschiedlicher nicht sein könnten.