Handball

Zwei auf der Überholspur

Auf und neben dem Feld ein Team: Mara Beck (l.) und Aylin Leemann. ppe

Auf und neben dem Feld ein Team: Mara Beck (l.) und Aylin Leemann. ppe

Mara Beck schiesst die Tore, Aylin Leemann versucht sie zu verhindern. Zum Glück sind die zwei Urdorferinnen im gleichen Team.

Gerade haben Mara Beck und Aylin Leemann mit der U-15-Inter-Mannschaft von GC Amicitia/RWZ gegen Winterthur 26:29 verloren. Weil das Hinspiel aber mit fünf Toren zugunsten der Zürcherinnen geendet hat, heisst der neue Schweizermeister GC Amicitia. Lange hat es so ausgesehen, als ob Winterthur Meister werden würde, aber der Zürcher Nachwuchs mit den zwei Urdorferinnen hat sich zurückgekämpft. Die Siegerehrung findet aber nur noch mit einer der zwei 14-Jährigen statt. Mara Beck sitzt bereits im Auto und braust Richtung Zug. Dort findet das Rückspiel der U-17-Inter-Mannschaft statt. Als die Spielerin mit drei weiteren Kolleginnen eintrifft, läuft bereits die 36. Minute. Trotz der Verstärkung geht die Partie an die Zugerinnen. Sie dürfen sich nach zwei Siegen U-17-Schweizermeister nennen.

Mara Beck und Aylin Leemann gingen früher zusammen zur Schule. Ein Jahr lang gab es einen Schulsportkurs Handball mit anschliessendem Turnier. Die zwei kamen gemeinsam mit vielen Schulkolleginnen zum HCDU, genossen dort ihre handballerische Grundausbildung. Torhüterin Aylin fiel den Verantwortlichen von GC Amicitia bei einem Turnier auf, half einmal im Tor aus und wechselte schliesslich den Klub, weil sie in Zürich auf höherem Niveau und auch regelmässiger spielen und trainieren konnte. Mara, die 1,80 Meter grosse Rückraumspielerin, überlegte länger, folgte ihrer Freundin aber 2010 ebenfalls zum Grossklub. Nun sind beide fester Bestandteil der U-15- und U-17-Inter-Mannschaft und spielen auch in der regionalen Auswahl. Mara zusätzlich in der Regionalauswahl plus, einem Sichtungskader, aus dem im Sommer die nächste U16-Nationalmannschaft entstehen wird.

Drei oder vier Trai9nings pro Woche

Die Belastung ist gross. Drei oder vier Mal Training und seit Anfang Jahr an jedem Wochenende Spiele mit dem Klub oder der Auswahl, manchmal wie am vergangenen Samstag auch zwei an einem Tag. Aylin, die in die Sekundarschule geht, darf mittlerweile dem Sportunterricht fernbleiben. Ein Luxus, der der Gymnasiastin Mara bislang verwehrt blieb. Seit die beiden an getrennte Schulen gehen, sehen sie sich nur noch im Training. «Viel Freizeit bleibt nicht neben dem Handball», sagt Rückraumspielerin Mara. Auf dem Feld verstehen sich die zwei Limmattalerinnen aber blind. «An einem guten Tag wehrt Aylin beinahe jeden Siebenmeter ab. Das gibt
Sicherheit», sagt Mara, die Aylin im Spiel gegen Winterthur einen Tipp gab. «Sie sagte mir, dass eine Spielerin immer oben rechts schiesst. Also sprang ich in die obere Ecke und hielt den Ball», bestätigt Aylin. Sie traut Mara Grosses zu: «Sie ist gross, hat eine gute Sprungkraft und einen starken Wurf. Ich bin froh, dass ich nicht gegen sie spielen muss.»

Vorerst werden die zwei weiterhin gemeinsam auf Titeljagd gehen. In zehn Tagen winkt der Schweizer Meistertitel mit der Regionalauswahl und in der nächsten Saison werden beide in der U17-inter von GC Amicitia spielen. Mara, die körperlich schon etwas weiter ist, zusätzlich in der U19. Die zwei Mädchen – und
ihre Eltern – sind also weiterhin im Handball-Dauereinsatz.

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